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Musik: Sir Cliff Richard gibt sich die Ehre

Hamburg - Man mag ihm musikalische Beliebigkeit vorwerfen, ihn als Schnulzenheini verspotten, als gelifteten Pop-Ritter verachten, doch Sir Cliff Richard gehört mit 250 Millionen verkauften Alben, Nummer-Eins-Hit in jedem Jahrzehnt seiner mehr als 50-jährigen Karriere und dem inzwischen 100. Album zweifelsohne zu den erfolgreichsten Künstlern Großbritanniens.Cliff Richard ist ein Phänomen, das auch im 21. Jahrhundert die Hallen füllt.

Sir Cliff Richard gibt sich die Ehre Bild: Markus Scholz/dpa

Mit 4000 wie beim Auftakt seiner Deutschland-Tournee am Dienstag in Hamburg nicht gerade üppig, dafür aber von der ersten Minuten voller Lebhaftigkeit und mitreißender Agilität.

Man sieht dem 73-Jährigen sein Alter nicht an - wie er da in seinem schwarz-silber Glitzer-Jacket und ebensolchen Schuhen auf die Bühne springt. Ob Botox-Spitze oder Chirurgen Skalpell, Haartransplantationen oder Intensivtönung, den Hüftschwung, der ihm einst den Titel «europäischer Elvis» einbrachte, hat der Brite noch immer drauf. Er, der einst die Mädchen zum Kreischen brachte, der in seine Stimme ebenso viel Schmalz legen konnte wie in seine Haartolle, für den sich Fans geprügelt hätten.

Das mag man bei dem grau melierten Publikum in der O2 World in Hamburg auf den ersten Blick kaum zutrauen, dass es diese Fans von einst sind, wie sie da gediegen auf ihren Stühlen sitzen, ihre Operngläsern zücken. Doch bereits als der Pop-Ritter zum ersten Mal auf die Bühne stürmt und «Still Reelin' an A-Rockin» von seinem aktuellen Album anstimmt, ist zumindest im ersten Block vor der Bühne kein Halten mehr. Bei «Summer Holiday» kommt gleich im ganzen Saal Bewegung, die Arme schwingen soweit wie möglich durch die Lüfte, Finger schnipsen und ein einsamer Teddybär fliegt auf die Bühne.

Cliff Richard scheint bei seinen Songs keiner Dramaturgie zu folgen. Fast überfallartig wechseln sich fetzigere Songs mit Balladen ab. Gut so, denn gerade bei den schnellen Stücken übertönt die neunköpfigen Band die Stimme des 73-Jährigen das ein oder andere Mal, dass so mancher Herr zusammenzuckt - oder auch nur die «Wahnsinns-Vibration» von Richards Stimme vermisst. Doch wenn dann gleich darauf schon wieder eine der Schnulzen folgt, kann das Publikum wieder verträumt mitschwofen.

Gerade die Balladen waren es auch, die viele Fans dem Rock'n'Roller Cliff Richard nie verziehen, und die nicht selten floppten, wie der Künstler an diesem Abend mehrfach anmerkt und sie dann doch unbeirrt präsentiert. Mit «Move It» hatte der 1940 in Indien geborene Brite 1958 als Rock'n'Roller seine erste Single auf den Markt gebracht, nur ein Jahr später landete er mit «Living Doll» und «Travellin' Light» seine ersten beiden Nr. 1-Hits in Großbritannien.

Doch spätestens als er 1968 mit «Congratulations» zum ersten Mal beim Eurovison Song Contest, der damals noch Grand Prix Eurovision de la Chanson hieß, antrat, zwar nur auf Platz zwei landete und doch einen Welthit schuf, den auch heute noch fast jeder kennt, glaubten viele Fans ihn an den Schlager verloren. Schon 1963 war er mit der deutschen Version von «Lucky Lips» - Rote Lippen soll man küssen für sieben Wochen auf Platz eins - und damit definitiv ins Schnulzenlager abgedriftet.

Doch Sir Cliff Richard mag die Vielfalt, wie er erst unlängst in Interviews sagte, kurz bevor er in der Osterausgabe von «Willkommen bei Carmen Nebel» erstmals wieder seit 40 Jahren mit «Schmetterlingsküsse» einen deutschen Song präsentierte, der auch in der gut zweistündigen Show - exklusive Pause - in Hamburg nicht fehlte. Sein aktuelles Album «The Fabulous Rock'n'Roll Songbook» allerdings ist er definitiv zu seinen Rock'n'Roll-Wurzeln zurückgekehrt. Und das stellt er in Hamburg überzeugend unter Beweis.

Vor allem aber kann er sein Publikum immer noch mitreißen. Als er zum Schluss «We Don't Talk Anymore» anstimmt, gelingt es auch dem Sicherheitspersonal nicht mehr, die enthusiastischen Fans von der Bühne zurückzuhalten. Und selbst die Skeptiker gehen nach diesem Abend mit mindestens einem Ohrwurm und extrem beschwingt nach Hause.

news.de/dpa

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