Fernsehen: «Ein Fall für zwei»: Neue Ermittler mögen's ungefährlich

Frankfurt/Main - Die beiden Schauspieler Wanja Mues (40) und Antoine Monot Jr. (38) treten in große Fußstapfen. Sie spielen im Remake der ZDF-Kultserie «Ein Fall für zwei» das Ermittlergespann aus Detektiv und Rechtsanwalt.

«Ein Fall für zwei»: Neue Ermittler mögen's ungefährlich Bild: Georg Wendt/dpa

Angst, mit dieser Serie in eine Schublade gesteckt zu werden, haben beide nicht. Mues glaubt nicht dran, und Monot wäre gerne in einer Schublade. Über ihre Rollen und ihre Pläne für den Abend der Erstausstrahlung am 9. Mai sprachen die beiden im Interview mit der Nachrichtenagentur dpa.

Frage: In dem Trailer zum «Ein Fall für zwei», sagen Sie, Herr Mues: «Ich liebe die Gefahr». Stimmt das auch für Sie privat?

Mues: Eigentlich nicht, ich bin privat eher ungefährlich.

Frage: Und Herr Monot antwortet in dem Trailer «Ich nicht so»...

Monot: Tatsächlich mag ich keine Gefahr im physischen Sinne. Ich bin aber schon so der Typ für verrückte Sachen, das ist einfach eine Grundeinstellung.

Frage: Sie spielen bei dem Ermittlerduo den Rechtsanwalt. Wäre das auch ein Beruf für Sie gewesen?

Monot: Wenn ich das Abitur gemacht hätte und dann studiert hätte, dann hätte ich mir das vorstellen können. Aber Sie sehen schon, da sind zu viele «hätte» dabei. Aber im Prinzip interessiert mich das sehr. Es wird oft missverstanden, dass es in der Justiz nicht um Gerechtigkeit geht, sondern um Recht im juristischen Sinne. Und das finde ich einen sehr spannenden Punkt.

Frage: Und wären Sie gerne Detektiv geworden, Herr Mues?

Mues: Das wäre ein Beruf für mich, wenn er so wäre wie bei uns im Film dargestellt. Aber die Realität sieht nach meiner Recherche anders aus - man muss viel herum sitzen und warten. Das wäre mir zu langweilig.

Frage: Wie würden Sie denn jeweils die Rolle des anderen in «Ein Fall für zwei» beschreiben?

Mues: Monot als der Anwalt Benni Hornberg ist anfänglich schüchtern, bieder und fast spießig. Er hat eine wunderschöne Frau, viel Geld und ein großes Haus. Und er arbeitet auf der Seite der Bösen, was er aber verdrängt. Ich komme hinzu als sein alter Freund, er wird dadurch mit seiner Vergangenheit konfrontiert und sein Leben wird durcheinandergewirbelt. Es gibt eine Szene, da findet er seine alte Lederjacke wieder und man sieht Sehnsucht in seinen Augen. Die finde ich sehr schön.

Monot: Na ja, schüchtern ist meine Rolle nicht. Spießig und bieder klingt so negativ. Er lebt einfach ein gutbürgerliches Leben. Du als Leo kommst aus dem Ausland zurück und bist auf der Suche nach Deinen Wurzeln. Man weiß nicht, wo kommt er her und wo geht er hin. Und man weiß nicht, ob er überhaupt eine Moral hat.

Frage: Haben Sie die Serie denn früher selbst gesehen?

Monot: Das war eine der Serien meiner Kindheit, als Anwalt mochte ich Günter Strack am liebsten. Ich musste aber heimlich schauen, weil ich auf einem Waldorf-Internat war. Und da war Fernsehen verboten.

Mues: Ich habe auch heimlich geschaut, weil meine Eltern generell nicht wollten, dass ich zu früh Krimis schaue.

Frage: Ihr Vater Dietmar Mues war nicht nur als Schauspieler, sondern auch in der Jazzmusik erfolgreich. Haben Sie auch solche Ambitionen?

Mues: Mein Vater konnte kein Instrument spielen und keine Noten lesen, er hatte seine Stimme. Er war da ein Genie. Ich selbst mache nur zu Hause Katzenmusik mit dem Saxophon.

Frage: Von «Ein Fall für zwei» gibt es 300 Folgen, die Serie lief über 30 Jahre lang. Wie lange planen Sie voraus?

Monot: Wissen Sie, das ist wie in einer Beziehung. Man lernt sich kennen und verbringt die erste Nacht miteinander. Und stellen Sie sich vor, dann kommt am nächsten Morgen die Nachbarin und fragt, wie lange man zusammenbleiben will...

Frage: Haben Sie Bedenken, nun auf eine Rolle festgelegt zu werden?

Mues: Ich glaube, diese Gefahr ist nur gering, wenn man als Schauspieler eine gewisse Bandbreite hat und diese auch zeigen darf.

Monot: Ich habe da keine Angst, denn ich möchte in eine Schublade gesteckt werden. Und ich habe auch schon eine gefunden.

Frage: Und welche ist das?

Monot: Als der Typ liebenswürdiger Verlierer. In diesem Fach möchte ich der Beste werden.

Frage: Wer ist jetzt der Beste?

Monot: Das weiß ich nicht, ich kann da keinen Namen nennen. Es gibt viele Kollegen, die toll sind.

Frage: Werden Sie sich denn die Ausstrahlung am 9. Mai ansehen?

Monot: An dem Tag sitze ich beim Deutschen Filmpreis im Publikum, sonst wäre ich vor dem Fernseher und würde es mir mit Freunden anschauen.

Mues: Ich stehe an dem Tag vor der Kamera für einen Nachtdreh. Aber ich werde es aufzeichnen. Und am nächsten Morgen gleich nach den Quoten schauen.

Frage: Ab welcher Zuschauerzahl freuen Sie sich?

Mues: Wenn bei der dritten Folge über fünf Millionen zugeschaut haben. Denn ich denke, die erste Folge wird durch die Decke gehen, weil die Leute aus Neugierde anschalten. Bei der zweiten Folge sinkt die Quote, das ist eigentlich immer so. Und bei der dritten wird es interessant.

Frage: Sind Sie auch schon gespannt auf die Quoten, Herr Monot?

Monot: Dazu kenne ich mich viel zu wenig aus.

Frage: Schauen Sie trotzdem nach?

Monot: Ja, klar. Mich interessiert das. Und dann müssen andere entscheiden, was die Zahl bedeuten soll.

news.de/dpa

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