Fernsehen: Josephine Klick: Allein unter Cops

Berlin - Als Dorfpolizistin greift die Schauspielerin Diana Amft im ARD-Krimi «Der Bulle und das Landei» schon seit Jahren einem rotzigen Bullen aus der Großstadt unter die Arme.

Josephine Klick: Allein unter Cops Bild: Henning Kaiser/dpa
In der neuen Sat.1-Serie «Josephine Klick: Allein unter Cops» - erstmals am Montag um 21.15 Uhr zu sehen - läuft es umgekehrt.

Kriminalkommissarin Josephine Klick (Amft) hat ihrem beschaulichen Heimatdorf bei Bielefeld den Rücken gekehrt und muss sich nun in Berlin zurechtfinden. Damit nicht genug, bekommt sie es an ihrer neuen Dienststelle mit zwei jungen Kollegen zu tun, denen das Wort Macho schon auf der Stirn geschrieben steht: Fritz Munro (Matthi Faust) und Alexander Mahler (Alexander Khuon) haben sichtlich Schwierigkeiten, die neue Kollegin ins Team zu integrieren - der Geschlechterkampf scheint vorprogrammiert.

Sie macht es ihnen mit ihrer etwas sperrigen Art aber auch nicht gerade leicht: Frau Klick kommt gleich zu Beginn hoch zu Ross zum Tatort geritten, ist natürlich redegewandt und treffsicher. So werden alle Fälle (das Drehbuch stammt von Marc Terjung) in Windeseile gelöst. An gesundem Selbstbewusstsein mangelt es der blonden Dame nicht, und dank ihrer Hartnäckigkeit, schnellen Auffassungsgabe und reichlich Bauchgefühl ist sie ihren Kollegen stets etwas voraus.

War es das, was die Schauspielerin also so sehr an der Figur gereizt hat? «Bei mir hat es tatsächlich sofort Klick gemacht, nachdem ich das Buch gelesen hatte», sagt Diana Amft (38) im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. «Ich dachte, das ist was Besonderes, und dass ich da eine Seite in die Figur reinbringen konnte, wie es mir bislang noch nicht möglich gewesen war. Ich war da also ziemlich schnell Feuer und Flamme.» Keine Frage: Bei den Ermittlungen achtet sie eben auf Personen am Rande und schaut hinter die Kulissen.

Diana Amft stammt aus Gütersloh in Ostwestfalen und kennt den dortigen Menschenschlag. «Für mich ist wichtig, dass die Figur eine gewisse Authentizität hat - auch wenn sie mir völlig fremd sein sollte. Ich habe da recht viel recherchiert über das Figurenprofil, und auch über den Ort einige Gedanken gemacht. Westfalen sollte es schon sein. Laut einer Verschwörungstheorie gibt es Bielefeld ja eigentlich gar nicht, aber ich habe dort sogar Familie», erklärt Amft, die auch Kinderbücher («Die kleine Spinne Widerlich») schreibt.

Ob sich die Serie im Programm behaupten wird, bleibt abzuwarten - der Serienplatz bei Sat.1 am Montagabend läuft ganz gut, während sich RTL mit neuen Serienformaten wie «Der Knastarzt» sehr schwertut. Doch passt diese neue Krimiserie in ihrer hübschen Leichtigkeit und einer gewissen Skurrilität ganz gut zum Sender und seinem Programmumfeld. Diana Amft setzt in der ihr eigenen Komik durchaus behutsame Akzente: «Der Figurenname ist schon sehr wichtig, denn die Josefine crasht ja ganz ordentlich in eine Männerrunde und muss da so einiges einstecken. Und sich behaupten.»

Ein bisschen Privatleben wird der Kommissarin immerhin auch zugestanden - sie und ihr Kollege Fritz nähern sich etwas an. Aber sie scheint ein Problem mit den Männern zu haben - oder zumindest mit einem? «Oh ja, da gibt es ein sehr großes Geheimnis. Das ist unglaublich spannend - wird aber erst nach sechs Folgen aufgelöst. Also: Fleißig gucken!», meint Diana Amft. Noch vor dem Start der neuen Serie ist Diana Amft als beste Schauspielerin in der Kategorie «Serien und Reihen» für den Bayerischen Fernsehpreis nominiert. Die Verleihung findet am 23. Mai in München statt.

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news.de/dpa

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