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Musik: Mando Diao sind mit Neon und Synthie-Pop zurück

Stockholm - Knallbunt, klirrend, kosmisch: Das neue Mando-Diao Album hat das Zeug, eingefleischte Fans der schwedischen Rocker zu vergraulen. Die stören sich nicht dran. «Es gibt so viele Menschen, die lieben, was wir tun», sagen sie.

Mando Diao sind mit Neon und Synthie-Pop zurück Bild: Balazs Mohai/dpa

Wer sich einen Namen gemacht hat, kann sich Experimente leisten: Dieser Tenor war schon bei der letzten Platte der Schweden durchgeklungen. Für «Infruset» hatten Mando Diao Gedichte des Lyrikers Gustaf Fröding vertont. Jetzt trauen sie sich noch einen 180-Grad-Kurswechsel. Weiter weg von romantischer Gitarrenmusik könnte «Aelita», das am 2. Mai herauskommt, nicht sein.

«Aelita»? Was soll das bitte sein? Zum Beispiel ein sowjetischer Stummfilm von 1924, in dem ein junger Mann in einer Rakete zum Mars fliegt. Passend dazu zeigen sich Mando Diao auf einem Foto bei Facebook in glänzenden Raumfahrt-Outfits in einem angedeuteten lichtdurchfluteten Spaceshuttle. Benannt ist das Album tatsächlich nach einem sowjetischen Synthesizer. Für «Aelita» hat sich die Band, die mit Rocksongs wie «God Knows» oder «Down in the Past» erste Erfolge und mit «Dance With Somebody» ihren Durchbruch feierte, von Gitarre und Schlagzeug verabschiedet.

Inspiriert (nicht nur) von den 80er Jahren haben Mando Diao ein Synthie-Pop-Album gebastelt, in dem die rauchige Stimme von Björn Dixgård nur ab und zu aufblitzt und an frühere Rockplatten erinnert. Stattdessen dominieren Disco-Sounds. Für die erste Single «Black Saturday» holten die Schweden sogar den «Miami Vice»-Komponisten Jan Hammer ins Boot. Reichlich retro.

Dabei fühlen sich die Mitglieder der Band um die Sänger und Gitarristen Dixgård und Gustaf Norén - alle in den frühen Achtziger geboren - viel mehr von den 90er Jahren beeinflusst. «Es war ein Schmelztiegel von verdammt vielen Einflüssen aller möglichen Stile», sagt Norén dpa. «Für uns waren die Neunziger Freiheit.»

Befreien wollen sich Mando Diao mit «Aelita» von äußeren Zwängen. «Schweden ist im Moment sehr konservativ - musiktechnisch, stiltechnisch. Die Leute haben große Ketten um ihre Arme, und dagegen lohnt es sich zu kämpfen», sagt Dixgård. «Es ist sehr einfach, dagegen zu kämpfen, weil sich keiner traut, einzigartig zu sein.» Mit dem Musikstil hat die Band auch ihren Look geändert. Deutlichstes Zeichen: Gustaf Noréns blondierte Haare.

Dass man im Leben möglichst viel ausprobieren sollte, haben die Schweden durch einen Schicksalsschlag gelernt. Im vergangenen August starb ihr Freund Kristian Gidlund, Schlagzeuger der Band Sugarplum Fairy, an Krebs. «Er sah seine letzten Sekunden und Stunden im Leben wie ein Schiff, das den Hafen verlässt», erzählt Norén. «Als er langsam von uns ging, hat er mehr und mehr begriffen, was das Leben ausmacht, und dass jeder nur in einer Ecke von sich selbst steht. Du kannst alle diese Dinge tun, aber du stehst nur da.» Mit «Aelita» wolle die Band selbst aus dieser Ecke treten.

Manche Fans scheinen die Wandlungsfähigkeit der Schweden allerdings nicht so zu würdigen, wie sich die Band das wohl wünscht. «Ich habe Angst, große Angst», kommentiert Nutzer Axel Wall das Facebookbild der Rocker in Raumanzügen. «Das ist nicht Mando Diao!», schreibt Senta Cathérine unter das Musikvideo zu «Black Saturday», in dem ein glitzernder Truck Discofeeling versprüht. Jemand anders widerspricht: «Das ist ein neues Mando Diao!»

Mando Diao

Mando Diao bei Universal

news.de/dpa

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