Von news.de-Volontärin Ines Fedder - 09.04.2014, 14.34 Uhr

Ildikó von Kürthys neuer Roman: «Sternschanze», Sex und Schreibblockade

Bestseller-Autorin Ildikó von Kürthy verschlägt es ins Hamburger Kultviertel: In ihrem neuen Roman «Sternschanze» berichtet der Bestsellergarant über Liebeschaos, Gewichtsprobleme und Zickenkrieg unter Frauen ... schon wieder!

Ildikó von Kürthy hat einen neuen Roman geschrieben, der in Hamburg spielt. Bild: Karlheinz Schindler/dpa

Lange mussten Fans der Hamburger Beststellerautorin Ildikó von Kürthy («Mondscheintarif») auf den neuen Roman «Sternschanze» warten. Zuletzt zog sich die Ikone der deutschen Untreue ist relativ.»

Seitensprünge und unüberbrückbaren Differenzen

Bereits in den Vorgängerromanen erzählt Ildiko von Kürthy von Seitensprüngen, Figurproblemen - den unüberbrückbaren Differenzen von Männern und Frauen und wie sie damit umzugehen haben. In diesem Fall ist es jedoch nicht der Mann, der sich den fatalen Fehltritt leistet, sondern Ehefrau Nicola, die aus der langweiligen Alltagshölle entfliehen will. Wohin? Natürlich ins Hamburger Schanzenviertel. Denn: «In der Schanze sind alle gleich».

Stimmt nicht! Die berühmte «Sternschanze» strotzt nur so vor Vielfalt und Persönlichkeit, die die Erfolgsautorin leider nicht rüberbringt. Obwohl«Ildikó von Kürthy» sich für die Zeit des Schreibens extra im Schanzenviertel einquartiert hat, spührt man keinen besonderen Flair. Vielmehr ist es ein müder Versuch abermals das Thema «Untreue» aufs Tablett zu bringen - in einer ungewohnten Umgebung.

Es sind Lebensweisheiten wie: «Du kannst jeden Mann haben, wenn du ihm das Gefühl gibst, er sei ein Sexgott» und «Sexy bist du nur, wenn du Sex hast», die dem Leser im Gedächtnis bleiben.

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Schreibblockaden, Sinn- und Schaffenskrisen

Die Doppelung der Thematik ihrer Werke ist frappierend. Kritiker fragen sich daher nicht ohne Grund: Schreibt die Autorin eigentlich immer nur das Gleiche?

Wie die Hamburgerin selbst erst kürzlich in einem Interview der «Deutschen Presseagentur» verraten hat, leidet sie zunehmend unter Schreibblockaden. «Auf Seite 100 bekomme ich regelmäßig eine quälende Sinn- und Schaffenskrise und plane eine Umschulung auf irgendwas, Hauptsache es hat nichts mit Schreiben und Sprache zu tun», so die Autorin.

Und genau das merkt man dem neuen Werk sichtlich an: Die Buchautorin bedient sich am gängigen Klischee der deutschen Durchschnittsfrau, die Musik von «Abba» hört , tagsüber «Shopping Queen» schaut, heimlich «Shades of Grey» liest und in ihrer Freizeit einen Diätkochkurs absolviert. Zwar tut sie dies recht unterhaltsam und wie gewohnt schlagfertig, wer die Schreibe der ehemaligen «Stern»-Redakteurin kennt, wird jedoch schnell gelangweilt sein.

Erfolgsrezept Hausfrauenroman

Die Autorin folgt einem gewohnten Erfolgsrezept, ohne besonderen Aha-Effekt. Alles nicht neu und trotzdem erfolgreich! Viele Frauen identifizieren sich mit den Figuren des Buches und fühlen mit, wenn Nicola, Erdal und Co. die wirren des Alltags durchleben. Vermutlich wird daher auch «Sternschanze» sich einen Platz auf der Bestsellerliste sichern.

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ife/news.de

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