Musik: Aus Seattle: The Soft Hills auf Tour

Berlin - Auch mit kleinen Schritten kommt man voran: Das beweisen The Soft Hills aus dem Nordwesten der USA, die sich mit Album Nummer drei ihrem Idealklang ein weiteres Stück annähern.

Aus Seattle: The Soft Hills auf Tour Bild: dpa

Jahr für Jahr veröffentlicht die Seattle-Band um den Sänger, Songwriter und Gitarrist Garrett Hobba auf dem Hamburger Label Tapete kunstvolle Alben, die von Mal zu Mal eigenständiger werden.

Nach dem noch etwas epigonalen «The Bird Is Coming Down To Earth» (2012), das zwischen Neil Young und den Beach Boys pendelte, und dem schon deutlich freieren «Chromatisms» vor einem Jahr - Pink Floyd und Radiohead kamen als Einflüsse hinzu - nun also «Departure». Und der titelgebende Aufbruch wird in den elf neuen Liedern durchaus hörbar.

Die Americana- und Countryrock-Elemente sind kaum noch zu hören, dafür satte Westcoast- und Psychedelic-Anleihen; neben elektrische und akustische Gitarren treten verstärkt Keyboards wie das Seventies-typische Mellotron, Moog oder Hammond B3. All dies harmoniert weiterhin ganz wunderbar mit Hobbas klarer, oft ins Falsett kippender Stimme.

Die Arrangements von träumerischen Songs wie «White Queen» (mit herrlichem Slide-Solo) oder «Here It Comes» klingen nie aufgeblasen, die Melodien nie allzu vorhersehbar. «Belly Of The Whale» hätte mit seinem bezwingenden Softpop-Sound gar das Zeug zum Sommerhit.

«Departure» ist das selbstbewusste Statement einer Band, die sich stetig und sinnvoll weiterentwickelt - gäbe es zeitgleich nicht das noch deutlich mutigere, weiter ausgreifende «Lost In The Dream» von The War On Drugs, man könnte vom besten Folkrock-Album dieses Frühjahrs sprechen.

Konzerte: 23.3. Augsburg - City Club; 27.3. Nyon/CH - La Paranthese; 28.3. Thun/CH - Café Mokka; 29.3. Freiburg - Slow Club; 1.4. Mainz - Schon Schön; 5.4. Aachen - Raststätte

Website The Soft Hills

news.de/dpa

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