Kino: «Need For Speed»: Mit Vollgas quer durch die USA

Berlin - Gnadenloses Autorennen zwischen zwei Erzrivalen: Die Verfilmung des Computerspiels «Need For Speed» setzt auf PS-Maschinen, hat wenig zu erzählen und überzeugt mit Darstellern wie Aaron Paul und Michael Keaton.

«Need For Speed»: Mit Vollgas quer durch die USA Bild: dpa

Glaubt man den Trendforschern, dann hat das Auto als Statussymbol weitgehend ausgedient. Smartphones und Tablets sind bei Jugendlichen beliebter als hochgetunte PS-Schleudern. Auch das Genre des Autorennfilms ist, sieht man von der «Fast and Furious»-Serie ab, etwas aus der Mode gekommen. Die Zeiten, als ein Haudegen wie Steve McQueen mit atemberaubenden Verfolgungsjagden ohne Stuntman zum «King of Cool» wurde, sind lange vorbei.

An diese glorreiche Epoche wollen die Macher von «Need For Speed» erkennbar anknüpfen. Ihre Adaption des gleichnamigen Computerspiels kommt als rasantes, bisweilen aberwitziges Spektakel daher. Dabei ist die Story simpel gestrickt. Das subversive, rebellische Element, das legendäre Rennfahrerfilme wie Monte Hellmans «Asphaltrennen» (1971) und auch die Steve-McQueen-Actionreißer geprägt hat, ist weitgehend verschwunden.

«Need For Speed» erzählt die Geschichte des Zweikampfes zwischen dem kreuzbraven Mechaniker Tobey (Aaron Paul) und dem teuflischen Karrieristen Dino Brewster (Dominic Cooper), der für seinen Erfolg buchstäblich über Leichen geht. Bei einem wahnwitzigen Rennen zwischen Tobey, Dino und Tobeys jüngeren Freund Little Pete (Harrison Gilbertson mit Justin-Bieber-Tolle) provoziert Dino einen Unfall mit tödlichen Folgen. Pete stirbt, Tobey muss für den Unfall in den Knast und sinnt seitdem auf Rache.

Als er wieder auf freiem Fuß ist, macht er sich mit der hübschen Britin Julia (Imogen Poots) von New auf zu einer irrwitzigen Hochgeschwindigkeits-Tour quer durch die USA auf, um es seinem alten Rivalen bei einem illegalen Rennen an der Westküste endlich heimzuzahlen. Verfolgt werden Tobey und seine Beifahrerin nicht nur von der Polizei, sondern auch von diversen Kopfgeldjägern. Dabei werden sie auch mit ihrem superschnellen Auto vom Helikopter über den Grand Canyon bugsiert. Verlieben dürfen sich die beiden natürlich auch noch - zwischen Leitplanke und Autobahnraststätte.

Regisseur Scott Waugh hat den Film mit dem Bleifuß inszeniert, aber er fährt ihn dank der passablen Schauspieler nicht an die Wand. Überzeugen kann vor allem der zweifache Emmygewinner Aaron Paul («Breaking Bad») als guter Kumpel. Newcomerin Imogen Poots beweist, dass Motorsport nicht nur Männersache ist, und Rapper Scott Mescudi schwebt im Helikopter wie ein Schutzengel über dem Pärchen, und hat immer einen coolen Spruch parat.

Heimlicher Star des Films ist der exzentrische Michael Keaton als durchgeknallter Ex-Rennfahrer, der die Rennen im Internet organisiert und als diabolischer Radioreporter kommentiert. Hinter dicken Brillengläsern funkeln spöttische Blicke, die uns nahelegen, den ganzen PS-Quatsch bloß nicht ernst zu nehmen.

Need for Speed

news.de/dpa

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