Von news.de-Redakteurin Isabelle Wiedemeier - 06.03.2014, 10.41 Uhr

Ewiges Leben bei Twitter: Was Honni, Jesus und die Sphinx noch zu sagen haben

Was will uns Jesus am 24. Dezember mitteilen? Und welche Botschaft gibt Erich Honecker seinen 17.400 Followern mit auf den Weg? Bei Twitter tummelt sich alles, was längst tot ist und trotzdem noch was zu sagen hat.

Lenin musste noch mumifiziert in einem Mausoleum zur Schau gestellt werden, damit seine Jünger ihm weiterhin folgen können. Heutzutage haben es Tote leichter, im Zentrum der Aufmerksamkeit zu bleiben. 140 Zeichen reichen völlig aus.

Erich Honecker zum Beispiel pflegt einen gut laufenden Twitter-Account, 17.400 Follower interessieren sich für seine ewig gestrigen Tweets, und ab und zu wird Honni gar übermütig und bastelt sich im Fotoshop neben seinen jungen Kollegen Hugo Chávez.

Tot oder lebendig, wahr oder fiktiv, aus Fleisch und Blut oder Ölfarbe - es gibt nicht mehr viel zwischen Himmel und Erde, was sich Twitter entziehen kann. Auch Gottes Sohn persönlich lässt uns zum Beispiel wissen, was ihn am 24. Dezember bewegt. Sehen Sie selbst:

FOTOS: Tote Twitterer Was uns Jesus, Erich Honecker und Opossum Heidi noch sagen wollen
zurück Weiter Wer hat 591.000 Follower und folgt selbst niemandem? Jesus! (Foto) Foto: Screenshot news.de (Twitter(@jesus) Kamera

Kein toter Diktator ohne Twitter-Account

@SphinxInEgyptentschuldigt sich, dass sie kein Arabisch spricht,‏@OlympischeGeist verrät, dass «Gerhard Dellings Stottern nach viereinhalb Weizen übrigens in ein gepflegtes Raunen übergeht» und@NessieOfNess ärgert sich, dass sie nicht beim Schottischen Unabhängigkeitsreferendum abstimmen darf.

Dank Twitter darf jeder sich als alles mögliche ausgeben, ohne dafür eine Klage wegen Identitätenraub an den Hals zu bekommen oder es erst ins Fernsehen schaffen zu müssen. Kaum ein toter Revolutionär, Rocker oder Diktator, der auf Twitter nicht wieder auflebte, teils mit lässigen Statements zum aktuellen Lauf der Welt wie Erich Honecker (@DerWahreErich): «Wenn ich mir so die Datscha vom Genossen Janukowitsch anschaue - die hätte gar nicht in Wandlitz reingepasst!»

Auch als Ex-Herrscher kann man sich seinen Twitterer nicht aussuchen!

Andere Charaktere wie Lenin (@VIadimirLenin) oder Napoleon (‏@NapoleonQuotes1) haben eher dröge Twitterer erwischt, die in manischer Regelmäßigkeit den Revolutionär charakterisieren oder kryptische Zitate absetzen - auch als ehemaliger Herrscher über die halbe Welt kann man sich seinen Twitterer eben nicht aussuchen.

Manch historische Persönlichkeit erscheint plötzlich in einem ganz neuen Licht, zum Beispiel Gottesmutter Maria (@VirgenMaria), die sich vor der Oscar-Verleihung ganz sicher ist, dass «Yisus heute Nacht eine Statue mit nach Hause bringt» - und später dann ein Selfie von ihrem Sohn am Kreuz postet.

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loc/news.de

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