Von news.de-Mitarbeiter Michael Kraft - 08.03.2014, 09.00 Uhr

Durch(ge)hört: Katy B bricht aus dem Club aus

Schon mit ihrem Debüt hat Katy B mächtig abgeräumt. Jetzt legt die Engländerin nach und zeigt: Sie hat das Zeug zur Pop-Prinzessin. Außerdem stellen wir drei weitere neue Alben mit Frauenpower vor.

Erwachsener und vielfältiger zeigt sich Katy B auf ihrem zweiten Album Bild: Sony Music/Absinthe/K3 Promotion

Gleich mit ihrem Debütalbum hatte Katy B vor zwei Jahren Platz 2 in den englischen Charts erreicht und es zudem geschafft, die neuen Klänge aus Londons Untergrund für den Massengeschmack verdaulich zu machen. Mit ihrem neuen Album «Little Red» geht sie noch einen Schritt weiter: Diesmal reichte es sogar für den Spitzenplatz in den Charts. Und die Club-DNA ist in der Musik der 24-Jährigen zwar noch erkennbar, aber nur noch ein Element neben vielen anderen.

Auch die Themen sind vielfältiger geworden. «Katy On A Mission» war, nicht nur im Sound, in erster Linie auf Party fokussiert. Jetzt gibt es auch nachdenkliche Momente. «Ich denke, dass dieses Album etwas mehr Erfahrung bietet. Meine Beziehungen sind ernsthafter geworden, ich bin bei meinen Eltern ausgezogen, ich kümmere mich selbst um meine Angelegenheiten. All meine Freunde machen die gleichen Prozesse durch — diese Fragen, die du dir selbst als Erwachsener stellst», umschreibt Katy B diesen Prozess.

Mix aus damenhaften Klängen und Partykrachern

Sie klingt jetzt tatsächlich öfter ladylike als mädchenhaft. «Sapphire Blue» beispielsweise ist ebenfalls höchst stilvoll und wird in gewisser Weise typisch für das Album: Man kann nicht recht benennen, was diese Songs auszeichnet, trotzdem sind sie überzeugend und besonders. Für die Fans der ersten Stunde gibt es dazu auch noch Kracher wie «I Like You» oder «Hot Like Fire».

Bei den bisherigen Singles hat Guy Chambers, bekannt als der Ex-Songschreiber von Robbie Williams, mitgewirkt.«5AM» ist ein heiterer, eingängiger, guter Popsong, «Crying For No Reason» eine Ballade, die man sich auch von Katy Perry oder Emeli Sandé vorstellen könnte. Nicht der Beat ist hier besonders, sondern die Komposition. Wie ansonsten auch auf «Little Red» gilt: Es gibt kaum Extreme in Tempo, im Sound oder in der Dubstep-typischen Tiefe der Bassfrequenz. Es gibt auch keinen besonderen musikalischen Wagemut. Stattdessen lebt die Platte von Melodien, von sehr gekonnten Kombinationen etablierter Elemente und – vielleicht der größte Triumph für Katy B – von der Stimme.

Künstler: Katy B
Album: Little Red
Plattenfirma: Rinse

  • Seite:
  • 1
  • 2
  • 3
Empfehlungen für den news.de-Leser