Kingdom Of The Night: Axxis entführen nach 25 Jahren erneut ins "Kingdom Of The Night"

Zum alten Eisen gehören sie noch lange nicht: Nach ihrem Rekord-Debüt "Kingdom Of The Night" veröffentlichen die Hard-Rock-Pioniere Axxis nun den zweiten Teil des Albums - auf den Tag genau 25 Jahre später.

Das sind Axxis (v.l.): Drummer Dirk Brand, Keyboarder Harry Oellers, Sänger Bernhard Weiß, Bassist Rob Schomaker und Gitarrist Marco Wriedt Bild: Axxis

Ein kleiner achtjähriger Junge wartet zu Hause auf der Couch im Wohnzimmer auf seinen Vater. Dieser hat ihm versprochen, nach der Arbeit ein ganz spezielles Geschenk mitzubringen. Wenig später hält das Kind seine erste eigene Schallplatte in den Händen. Diese sollte im Laufe des Jahres zu einer der wichtigsten nationalen Scheiben ihrer Zeit werden. Es ist das Jahr 1989. Das Album heißt "Kingdom Of The Night" und stammt von der Hardrock-Band Axxis.

Obwohl die Band aus Nordrhein-Westfalen es nie in den Olymp ihrer Zunft geschafft hat, öffneten sie etlichen Nachfolgern im Bereich des Hardrock die Türen. Heute, auf den Tag genau 25 Jahre nach dem Release ihres Erstlings, erscheint zum Jubiläum der zweite Teil. Und eben jener Junge, der heute nicht mehr ganz so klein ist und schon etliche Bands kommen und gehen sah, schiebt "Kingdom Of The Night II" in das CD-Fach seiner Anlage. Und was er hört, ist eben jene Band aus dem Jahr 1989.

Hier geht's zum Album "Rediscover(ed)" von Axxis

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Und dies ist keineswegs im negativen Sinne gemeint. Zumeist hängt Rock- und Metalbands der Ruf nach, wenig innovativ zu sein und ständig den alten Stiefel auf's Neue runterzuspielen. Meist negativ gemeint, muss dies aber nichts Schlechtes sein, denn oft gehen musikalische Experiment vieler Bands gerne mehr als nur in die Hose. Davon können auch Axxis ein kleines Lied singen.

In ihrer langen Geschichte hat die Band sich zwar immer auch an dem eigenen, aber ebenso vielen anderen Stilen orientiert und versucht, mit ihrer Musik den ein oder anderen Schritt in eine andere Richtung zu wagen. Aber beispielsweise das Grunge-orientierte Album "Voodoo-Vibes" stieß bei den Fans auf Kritik, der erste deutschsprachige Track "Engel aus Hass" wies zwar Rammstein-ähnliche Züge auf, machte sich aber gar nicht so schlecht. 2012 gar nahm die Band mit "Rediscover(ed)" ein ungewöhnliches aber doch irgendwie gelungenes Coveralbum auf - Songs wie "Ma Baker", "Another Day In Paradise" oder "Message In A Bottle" im Axxis-Stil inklusive.

Aber alles halb so schlimm, denn Axxis sind sich über all die Jahre dennoch treu geblieben und kehren mehr als je zuvor zu ihren festen Wurzeln zurück - wie eben auf "Kingdom of The Night II" zu hören ist. Dort taucht der Hörer direkt wieder in die Welt von damals ein, fühlt sich durch Songs wie "Kingdom Of The Night II" oder "Living In A Dream" gleich an alte Klassiker erinnert.

Ein spezielles Stück auf dem Doppelalbum, das aus einer "Black Edition" und einer "White Edition" besteht, ist der Song "21 Crosses". Diesen widmet die Band den Opfern des Love-Parade-Unglücks 2010, am Ende des Tracks nennt die Band alle Toten mit Namen. "Es war uns einfach ein Anliegen, auf sie aufmerksam zu machen und an sie zu erinnern, nachdem auf Seite der Justiz schon nichts wirklich vorwärts geht", sagt dazu Sänger Bernhard Weiß, dem einzigen verbliebenen Gründungsmitglied.

Wie lange es für Axxis noch vorwärts geht, ist offen. Zumindest nach den ersten 25 Jahren scheinen die Jungs noch nicht genug zu haben. Eine weitere Tour steht auch schon an, diese startet am 26. März in Wuppertal. Dann vermutlich mit etlichen Evergreens, einigen Experimenten und definitiv dem Spirit von 1989.

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