Fernsehen: Unter anderen Umständen - Falsche Liebe

Schleswig - Es ist kalt in Schleswig, so kalt, dass es ans Herz geht. Dabei suchen sie doch alle nur die Liebe: Die alleinerziehende Kommissarin Jana Winter (Natalia Wörner) hat Angst vor der Entfremdung von ihrem Sohn und fühlt sich verlassen.

Unter anderen Umständen - Falsche Liebe Bild: dpa

Eine verprügelte Mutter sucht Schutz und sieht nur einen Ausweg. Und die sich aufopferungsvoll um ihren behinderten Bruder kümmernde Rike (Maria Simon) liebt auf erdrückende Weise.

Um «Falsche Liebe» geht es im neuen Film der Krimireihe «Unter anderen Umständen», den das ZDF am Montag (20.30 Uhr) ausstrahlt. Der eigentliche Kriminalfall, der Mord an einer schönen jungen Museumsaufsicht, gerät dabei etwas ins Hintertreffen und ist schnell erzählt: Dörte Klein wurde im Lagerraum des Museums förmlich aufgespießt. In Verdacht geraten der Museumsdirektor (Daniel Friedrich), der eine Affäre mit dem Opfer hatte, und Gärtner Christoph (Peter Jordan), Rikes Bruder, der ebenfalls ein Auge auf die attraktive Dörte geworfen hatte.

Doch Jana Winter kann nicht glauben, dass Christoph zu einer so grausamen Tat fähig ist. Allerdings ist die alleinerziehende Kommissarin angeschlagen, macht Fehler. Der Fall einer vom Partner verprügelten Frau macht ihr zu schaffen. Mehr noch sorgt sie sich um ihren Sohn. Auch er soll jemanden verprügelt haben, einen Mitschüler. Und warum ist er so abweisend? Hat er gar das Asperger-Syndrom? Diese Familienszenen sind die stärkeren Momente des Films, dessen Drehbuch von Stefan Kolditz («Unsere Mütter, unsere Väter») stammt.

Den melancholischen Hintergrund bildet die winterliche Landschaft an der Schlei im hohen Norden, wie fast immer in der 2006 gestarteten Reihe. Besondere Kulisse ist dieses Mal das Schleswiger Schloss Gottorf.

Es gibt manche gelungene, sogar humorvolle Szene, wenn etwa Winters Chef Arne Brauer, gespielt von Martin Brambach («Das Leben der Anderen»), dem kleinen Sohn der Kommissarin zum Zeitvertreib Einblick in eine Verbrecherdatei gewährt - zum Entsetzen der Mutter. Nachhaltiger wirkt aber die Angst der Kommissarin um ihren Sohn, der ihr fremd zu werden scheint.

Glaubwürdig zeigt Wörner eine Frau, die nach dem Tod ihres Mannes zwischen Beruf und Kind hin- und hergerissen ist und so beidem nicht gerecht zu werden droht. «Alles wird gut», verspricht sie Sohn Leo und mehr noch sich selbst. «Zum Nachtisch gibt's Eierkuchen», heißt das bei Rike, der Schwester des verdächtigen Christoph. Die Sehnsucht nach Wärme und ganz und gar richtiger Liebe wird die Protagonisten wohl auch im nächsten, dem zehnten Film der Reihe beschäftigen: Gerade wurde wieder im Schleswiger Schnee gedreht. Es bleibt kalt im Norden.

Falsche Liebe

news.de/dpa

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