Tourstart 2013
Selig Unchained

Die Gang reitet wieder. Vor ihrer anstehenden Deutschlandtour traf news.de-Mitarbeiter Sven Wiebeck die Hamburger Band Selig zum Gespräch über die Bedeutung von Magma, einen englischen Gentleman und Knutschen mit Dave Grohl. Beinahe wäre er mit den Jungs eingesperrt worden.

FOTOS: Lady Gaga, Bon Jovi & Co. Der Musikfahrplan 2013
zurück Weiter Tocotronic (Foto) Foto: Universal Music/Katja Ruge Kamera

Backstage nach einem Promo-Konzert in einem Hamburger Elektronikmarkt. Anheimelnd ist anders. Vermutlich finden in dem kühlen Raum sonst Team-Meetings statt. Schlagzeuger Stephan «Stoppel» Eggert raucht aus dem Fenster. Auf dem Tisch liegen zwei CDs: Der Soundtrack zu Quentin Tarantinos großartigem Western Django Unchained – und ein Sampler der einstigen RTL2-Musikshow The Dome. Erstere ist für ihn, The Dome für seine Kinder. «Da kannst Du mal sehen, was meine Kinder für grausame Musik hören. Schlimm, oder?» Jeder konnte sich ein paar Platten mitnehmen.

Bassist Leo Schmidthals und Sänger Jan Plewka kommen hinzu. Jan ist eben noch mit seinen beiden Töchtern zwischen den Regalen entlang geschlendert. Er hat sich Led Zeppelins Celebration Day ausgesucht. «Für Papa.» Adele und Jake Bugg für den Nachwuchs. Jake Bugg hat Leo auch eingesteckt. Sowie Stanley Clarke, das neue Eels-Abum «und natürlich Django».

Konzert im Kaufhaus und dann eine Autogrammstunde, das klingt nicht allzu spaßig. Wie war es denn heute?

Jan Plewka: Super. Ich habe vorher mit unserer Managerin gewettet. Ich meine, wir kennen ja diese Gigs, und da waren nie mehr als 10 Leute. Es ist schon komisch, wenn Du bei einer Autogrammstunde sitzt und fragst: Können wir nicht langsam mal gehen? Diesmal haben wir mit ihr gewettet, um 'ne richtig gute Flasche Wein. Katrin meinte, es würden mehr als 100 Leute kommen. Ich meinte, niemals. Jetzt kriegt sie also Wein. Das war schon unser bester Kaufhaus-Gig.

Ehrlich gesagt verbinde ich euch nicht unbedingt mit einem Kaufhaus-Gig.

Leo Schmidthals: Nee, ich auch nicht. Aber es gibt eine Kooperation... ist ja auch nett. Einige Leute haben angefangen, mit dem Kopf zu nicken. Links neben mir saß eine ganze Familie mit Kindern. Das ist schon toll.

Jan: Und es spricht ja auch für die Songs, wenn die bei solchen Promo-Geschichten akustisch funktionieren.

Magma ist das dritte Album nach eurer Wiedervereinigung. Man muss aber nicht befürchten, dass ihr euch jetzt wieder trennt? Wie nach dem dritten in den 1990ern.

Leo: Die gefährliche zweite dritte Platte.

Jan: Die gefährliche... zweite... dritte... Platte. Super! Aber nö, überhaupt nicht. Wir verstehen uns tatsächlich besser als je zuvor. Wir haben auch Gesetze, dass wir uns zwischendurch Pausen geben, und dass alles nicht so eng aufeinander ist wie damals. Da hatten wir kaum noch soziale Kontakte, geschweige denn ein Maß an Vernunft. Das hat sich alles geändert.

Die neuen Platten sind in sich geschlossener und die Unterschiede nicht mehr so groß wie zwischen den ersten drei. Seid ihr bei euch angekommen? Als Menschen sowie als Band?

Jan: Sind wir. Aber auch nur, um das als Basis zu nehmen, um ab jetzt musikalisch und künstlerisch weiter zu wirken. Ich denke, dass man nun eine große und gute Plattform hat an Urvertrauen, musikalischen Fähigkeiten und dem Wissen voneinander. Es liegen noch viele Experimente vor uns.

Der direkte Weg zum aktuellen Album.

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