Museen Mannheimer Museen streiten mit Sammler um Ägypten-Exponate

Mannheim - Die Mannheimer Reiss-Engelhorn-Museen (REM) streiten sich mit einem Hamburger Kaufmann um Teile von dessen renommierter altägyptischer Sammlung. Der Anwalt des Kaufmanns sagte am Mittwoch, er habe beim Landgericht Mannheim Klage auf Herausgabe der rund 2700 Objekte eingereicht.

REM-Generaldirektor Alfried Wieczorek erwiderte, der Kaufmann habe die komplette Sammlung im Dezember 2011 «per Handschlag» den REM als Dauerleihgabe überlassen. «Ein Handschlag unter Kaufleuten ist gültig», sagte Wieczorek. Auch ein mündlicher Vertrag sei ein Vertrag.

Zugleich erklärte der Generaldirektor aber, die REM hätten inzwischen das Interesse an der Sammlung verloren, die rund 30 000 Objekte umfassen soll. Das liege vor allem daran, dass der Hamburger Sammler es den REM nicht ermöglicht habe, die Echtheit der Objekte zweifelsfrei zu klären. Ehe der Sammler die Gegenstände - darunter Sarkophage, Gefäße und Mumienmasken - zurückbekommen könne, müsse er einer Stiftung der REM aber die bislang entstandenen Kosten ersetzen, forderte Wieczorek. Es gehe dabei insgesamt um einen sechsstelligen Betrag, etwa für den Transport und die Versicherung der Objekte.

Der Hamburger, ein älterer Mann mit ägyptischen Wurzeln, war im vergangenen Jahr nach Angaben Wieczoreks von sich aus auf die REM zugekommen, weil er einen Ort suchte, an dem er seine auf mehrere Standorte verteilte Sammlung zusammenführen könne. Im Sommer 2012 seien Zweifel an der Echtheit einzelner Objekte aus der Sammlung aufgetaucht. Bei einer Sichtung der nach Mannheim gebrachten Gegenstände seien dann «neue Fragen nach der Provenienz, damit nach der Rechtmäßigkeit des Eigentums an der Sammlung» offenkundig geworden. Der Sammler sei aber nicht bereit, dem Museen die notwendigen Unterlagen zur Herkunft der Stücke vorzulegen.

Nach den Worten Wieczoreks handelt es sich um eine sehr renommierte Sammlung. «Diese Sammlung ist Fachleuten sehr bekannt, auch wenn nur sehr wenige Leute sie zu Gesicht bekommen haben.»

Die REM wollten mit einem Teil der Werke ihre neue großangelegte Altägypten-Sammlung bestücken, die bis Ende 2014 entstehen soll. Erst in der vergangenen Woche hatte das Museum eine andere spektakuläre altägyptische Sammlung präsentiert, die die REM übernehmen wollen: die Sammlung «Kira Prinzessin von Preußen», die der Witwer der Prinzessin dem Museum überlassen will.

Reiss-Engelhorn-Museen

news.de/dpa

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