Musik Fehlfarben lassen das Jahr ausklingen

Berlin - Die Fehlfarben müssen sich nicht neu erfinden, wenn sie noch etwas sagen wollen. Auf ihrem aktuellen Werk «Xenophonie» klingen Peter Hein und Co. auch nach über 30 Jahren, als könnte ihnen die Tatsache, dass «Paul tot ist» und «Geschichte gemacht wird» nichts anhaben.

Fehlfarben lassen das Jahr ausklingen (Foto)
Fehlfarben lassen das Jahr ausklingen Bild: dpa

«Monarchie und Alltag» von den Fehlfarben war Anfang der 1980er Jahre eine Offenbarung - eines der wichtigsten deutschsprachigen Alben für die Anfänge des deutschen Punk. Geschichte wurde gemacht.

Heutzutage gehört es schon fast zum guten Ton, dieses Album im Plattenschrank zu haben. In Schubladen passen die Fehlfarben aber auch nach über 30 Jahren nicht. «Wir fühlen uns wie 17-Jährige bei der Bandprobe, nur 30 Jahre älter», sagt Sänger Peter Hein, der mit seiner Band noch zwei Mal im Dezember auftritt: am 20.12.2012 in Witten (Werkstadt) und am 27.12.2012 zusammen mit den Beatlesons! in Düsseldorf (Zakk).

Hein sei auf der Höhe seines Schaffens, sagen die Bandkollegen über ihren charismatischen Sänger. «So müssen Texte 2012 klingen», ist Bassist Michael Kemner überzeugt. «Es ist gut, dass es uns noch gibt, weil wir noch 'ne Aussage haben. Das fehlt so oft», stellt er fest.

Hein schreibt die Texte meist zur Aufnahmezeit des Albums. Sie sind immer hochaktuell. Er wettert gegen Ratingagenturen, die Parteienlandschaft und die Banken. «Was passiert im Bankenland/Wann werden Banken wieder niedergebrannt?/Hört hier wer einen Aufruf zur Gewalt?/Bleibt nach der Revolution die Küche kalt?».

Heins Texte verlangen geradezu, mit einem Sound unterlegt zu werden, der nach vorn drängt. Mit ihrem Produzenten hätten es die Fehlfarben daher nicht besser treffen können. Sie arbeiteten wieder mit Moses Schneider (Beatsteaks, Tocotronic) zusammen, der auch das letzte Album produziert hat. Schneider ist ein Kreativtopf, aus dem alle speisen, der die Band versteht in ihrem «Nicht-verstanden-werden-wollen.» «Moses reißt einen mit, er ist so positiv eingestellt», schwärmt Pyrolator alias Kurt Dahlke, der Soundzauberer der Fehlfarben. Schneider machte aus den nebeneinanderstehenden, differenzierten Soundideen einen homogenen Körper, vor dem Sänger Hein steht wie vor einer Klangwand.

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news.de/dpa

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