Bücher des Jahres Überraschungserfolg mit Sado-Maso-Fantasien

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Sie schrieb nur ihre Fantasien auf und landete gleich mehrere Verkaufsschlager: Mit Shades of Grey glückte der britischen Autorin E. L. James der Bucherfolg des Jahres. Welche Bücher 2012 außerdem die Leser beglückten, erfahren Sie hier.

Es ist eine Art moderne Aschenputtel-Geschichte: Eine Frau Ende 40, seit Jahrzehnten mit dem selben Mann verheiratet, Mutter zweier halbwüchsiger Söhne, im Brotberuf TV-Produzentin, schreibt einen Erotik-Bestseller, der alle Verkaufsrekorde bricht. 2011 kannte niemand die Britin Erika Leonard, 2012 wird sie unter dem Pseudonym E. L. James zum Shootingstar.

Shades of Grey heißt die Roman-Trilogie, die in über 50 Ländern rund 50 Millionen Mal verkauft wurde. Auf der Frankfurter Buchmesse war die 1963 geborene Britin zum ersten Mal in Deutschland. Die überwiegend weiblichen Fans lernten eine Frau mit langen schwarzen Haaren kennen, kurvenreich und gut gekleidet, die viel lacht und sympathisch rüberkommt. «Die sieht ja ganz normal aus», sagte eine Besucherin, die sich auf der Messe ihr Exemplar signieren ließ.

Nicht ganz so normal geht es in ihren Büchern zu: Christian Grey - unglaublich reich und wahnsinnig gut aussehend - hatte eine schwere Kindheit und pflegt seither eine Vorliebe für harten Sex. Anastasia Steel - die Unschuld vom Lande - ist die erste Frau, für die er wahre Gefühle entwickelt. Die Liebesgeschichte zwischen diesen beiden Gegenpolen ist zwar gespickt mit expliziten Sex-Szenen, das Image der Sado-Maso-Fibel haftet der süßlichen Geschichte aber zu Unrecht an.

Die ersten Kapitel tippte James auf dem Weg zur Arbeit in der U-Bahn in ihr Handy, berichtete sie bei ihrer Pressekonferenz in Frankfurt. «Ich habe es für mich geschrieben, es war ein Hobby.» Dass sie überhaupt mit dem Schreiben anfing, hat mit der Twilight-Saga zu tun. Sie habe diese Story geliebt, aber es gab ihr zu wenig Sex darin. Also setzte sie sich hin und schrieb «Fan-Fiction», von Lesern geschriebene Folgen, die sie auf Fan-Portalen hochlud.

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Auch Shades of Grey war zunächst nur online verfügbar. Durch Mundpropaganda fand der Text Fans, wurde erst ein E-Book, dann bei einem Kleinverlag publiziert, am Ende klopfte Random House an ihre Tür. Der Erfolg habe sie selbst überrascht, sagte James. Sie habe einfach nur ihre persönlichen Fantasien aufgeschrieben. «Aber wie es scheint, teilen auch andere Frauen diese Fantasie.» Ihr reales Leben berge wenig Märchenhaftes. Sie mache den Haushalt und all diese Dinge. «Ich bin eine ziemlich langweilige Person.»

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boi/news.de/dpa

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