Die Toten Hosen So rockte Campino zum Tourstart

Die Toten Hosen
Campino rockt beim Tourauftakt
Campino am 13. November 2012 in der Arena Leipzig beim ersten Konzert der Tour der Toten Hosen. Foto: Thomas Lingscheidt (Foto) Zur Fotostrecke

Corina BroßmannVon news.de-Redakteurin
In Leipzig feierten Die Toten Hosen am 13. und 14. November 2012 einen fulminanten Tourauftakt. News.de war bei den beiden ersten Konzerten der großen Tour 2012/13 ganz vorn dabei.

«Hosen, Hosen, Hosen.» Die Menge will ihre Idole sehen. Jetzt. Man meint, das Adrenalin riechen zu können. Die heißeren Stimmen verstummen. Die Lichter gehen aus. Alles fokussiert sich auf die leere Bühne, die da noch in erhabener Stille und Dunkelheit liegt. Plötzlich springen Leuchtsäulen an, die ersten Töne ballern aus den Boxen und zerreißen die Anspannung. Vorfreude entlädt sich in spitzen Schreien.

Und endlich: Da steht Campino im nonchalanten schwarz-weißen Ringelpulli vor 11.000 euphorischen Fans. Hinter der Bühne wirkte er wie ein Tiger im Käfig. Lange hat er auf das Tourauftaktkonzert in Leipzig hingearbeitet. Jetzt darf alles raus. Das dreckige Grinsen bekommt er deshalb für die ersten Sekunden, die er schon sichtlich genießt, nicht aus dem Gesicht. Er schmettert das Titellied des neuen Albums heraus. «Ein ganzes Land kniet nieder» brüllt er ins Mikro, den Fuß auf den Boxen. «Ballast der Republik» gröhlt die ausverkaufte Arena zurück. Hier kniet niemand nieder. Die Menge strotzt vor Energie.

Keine 20 mehr
Sexy im Alter
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Die Band reagiert richtig und reiht kompromisslos 30 Songs aneinander. Zack, zack. Keine Pause, kein langes Gerede. Ein Knaller nach dem anderen. Das Beste aus 30 Jahren Bandgeschichte. 90 Minuten Tempo, eingängige Refrains, wehende Flaggen. Ein Song besser als der andere. Immer wieder glaubt man: «Das war jetzt der Höhepunkt!» – Falsch, die Hosen setzen aller drei Minuten einen drauf. Auswärtsspiel, Bonnie und Clyde, Alles aus Liebe, Alex. Jeder scheint jeden Text zu kennen.

Dann ein gecovertes Stück von einer etwas unbekannteren, aber nicht zu unterschätzenden jungen Berliner Band: Die Ärzte. Campino singt Schrei nach Liebe und nimmt damit selbstironisch allen Gerüchten um die angeblich immer noch andauernde Häme und Konkurrenz, obwohl nicht nur zahlreiche Videos bei YouTube mittlerweile das Gegenteil beweisen, zwischen den beiden deutschen Punkurgesteinen auf geniale Weise den Wind aus den Segeln.

Miteinander statt gegeneinander, das könnte auch Motto des Abends sein. Immer wieder ermahnt Campino die Massen, aufeinander Acht zu geben und in der Menschenmenge strauchelnde Nebenmänner und -frauen aufzuheben. Es scheint zu funktionieren. Trotz Hexenkessel keine Zwischenfälle. Bis ein paar Bengalos brennen. Kurz kommt Unruhe auf, die Sicherheitskräfte klären die Situation jedoch schnell und ohne großes Aufheben zu machen. Ein viel friedlicheres Spektakel für die Augen folgt: Tonnenweise Konfetti regnet bei der Stadionhymne «Tage wie diese». Ein bisschen Mainstream, aber umso menschlicher. Stimmen ersticken an Tränen der Rührung. Pathos überall. Warum aber auch nicht? Man darf auch mal in großen Gefühlen schwelgen. Mit 11.000 anderen, die das genauso sehen.

Fotos: Thomas Lingscheidt

 

Weitere Tourdaten 2012:

 

17.11: Köln

18.11: Frankfurt

21.11: Bremen

23.11: Düsseldorf

24.11: Düsseldorf

27.11: Hamburg

28.11: Hamburg

01.12: München

02.12: Stuttgart

05.12: Zürich

08.12: Erfurt

09. 12: Chemnitz

11.12: Hannover

12.12: Hannover

14.12: Friedrichshafen

15.12: Mannheim

18.12: Basel

19.12: Nürnberg

21.12: Graz

22.12: Wien

26.12: Dortmund

27.12: Dortmund

29.12: Berlin

30.12: Berlin

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brc/koj/qus/news.de

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