«Stardust» Wie gut ist die neue Lena?

Mit Stardust will Lena die Charts auch ohne Stefan Raab und Casting-Rückenwind erobern. Sie schreibt nun selbst ihre Lieder, erzählt aus ihrem Leben - und singt neuerdings böse Wörter wie «shit» und «fuck».

Lenas neues Album: «Stardust» im Einzelcheck

Um ihr erstes Album bekannt zu machen, hatte Lena Meyer-Landrut ein ganzes Fernsehformat zur Verfügung (Unser Star für Oslo). Die Promotion für ihre zweite Platte konnte noch auf die 120 Millionen Zuschauer setzen, die ihren Auftritt als Titelverteidigerin beim Eurovision Song Contest 2011 in Düsseldorf sahen. Jetzt geht Album Nummer 3 an den Start, und um die Fans für sich zu begeistern, hat sie nur noch: sich selbst.

Stefan Raab, der Lena entdeckte, förderte und zur ersten deutschen ESC-Siegerin seit fast 30 Jahren machte, hat nichts mehr zu tun mit dieser Platte. Die 21-Jährige hatte selbst die Fäden in der Hand, hat alle Mitstreiter selbst ausgewählt und auch an neun der zwölf Songs mitgeschrieben. Es wäre eigentlich konsequent, wenn dieses Album Lena heißen würde. Es heißt aber Stardust. Das ist vielsagend für eine Künstlerin, der ein Lied namens Satellite den Durchbruch brachte. Vielleicht ist der Ruhm jetzt verglüht, vielleicht bleibt nur noch Sternenstaub – die Möglichkeit des Scheiterns scheint der Albumtitel schon mitzudenken.

Musiktipp: «Stardust» von Lena

Es gab schließlich genug hämische Kommentare, als die Arena-Tour von Lena nicht ausverkauft war, und auch an der Musik hatten Kritiker immer wieder genug zu meckern. Lena weiß, dass einige wohl bloß darauf warten, die Schlagzeilen zu ihrem Absturz verfassen zu können. Im Booklet der neuen CD dankt sie ihrer Plattenfirma dafür, «in ein drittes Casting-Album» vertraut zu haben. Auch da klingt der Verdacht an, dass sie selbst nicht mehr so recht mit einer Musikkarriere jenseits von Eurovision und Pro7 gerechnet hatte.

In der Tat hatte sich die Hannoveranerin schon an der Universität Köln eingeschrieben, um sich dort beispielsweise mit «Grundfragen der Erkenntnis- und Sprachphilosophie» zu beschäftigen. Dann bemerkte sie aber, dass sie dort wohl die berühmteste Studentin mindestens seit Anne Will geworden wäre und die Idee mit dem Alltag doch nicht so gut funktioniert hätte. Dazu kam die Lust auf Musik nach ihren eigenen Regeln. «Ich wollte den Leuten beweisen, dass ich ganz cool bin, dass viel mehr in mir steckt», hat sie dem Kulturspiegel ihre Motivation dafür erklärt.

Deshalb gibt es nun Stardust. Ist die Platte ein Rohrkrepierer, der Lena als längst langweilig gewordenes Medienphänomen entlarvt? Oder der verheißungsvolle Startschuss für das zweite Kapitel ihrer Karriere? Unsere Fotostrecke gibt die Antwort, Lied für Lied.

ham/news.de

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Leserkommentare (6) Jetzt Artikel kommentieren
  • Garfield
  • Kommentar 6
  • 18.12.2012 08:38

Wie es dem Album ergangen ist, wissen wir ja inzwischen: Platz 2 in den Charts (nachdem die Single ebenfalls Platz 2 erreichte und mittlerweise Goldstatus hat). Und ihre Auftritte, unplugged im Radio oder auf der großen Bühne, sind begehrt, denn sie sind immer etwas besonderes. Sie hat längst bewiesen, daß sie ohne ESC auskommt - und ohne Skandal-Schlagzeilen!

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  • Klaus S
  • Kommentar 5
  • 26.10.2012 16:01

Ich weiss nicht wie Sie den ESC gewinnen konnte ,aber mir persönlich gibt Sie weder von der Stimme noch vom Aussehen her etwas besonderes. Aber wie gesagt 100 Leute 99 verschiedene Meinungen dazu.

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  • Allerhand
  • Kommentar 4
  • 26.10.2012 12:34

Besser oder nicht ist egal. Erst mal sei dem Autor gedankt für eine wirklich gute, nicht Neid geprägte, wohlwollene Rezension. Die hat Lena auf jeden Fall verdient. Sie ist ein Schatz aus deutschen Landen. Egal wie es weiter geht. Sie ist ein kluges Mädchen, was offensichtlich die vielen Kontakte in der Szene, die durch ihre bisherige Karriere zustande kamen, zu nutzen versteht und daraus was macht. Das ist vielleicht ihre größte Leistung. Raab war nur der Anfang. Aber er hatte auch die Größe Sie groß werden zu lassen. Das ist bei anderen Mentoren (Klum, Bohlen) kaum vorstellbar.

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