Film Christopher Reeve wäre jetzt 60

Christopher Reeve wäre jetzt 60 (Foto)
Christopher Reeve wäre jetzt 60 Bild: dpa

New York - Christopher Reeve schien jahrzehntelang vom Schicksal begünstigt. Sein blendendes Aussehen war mit Intellekt und großem Schauspieltalent gepaart.

Als «Superman» verkörperte er im Kino den unbesiegbaren Helden. Im eigenen Leben wuchs Reeve noch über die Filmrolle hinaus. Nachdem er bei einem Reitunfall 1995 vom Hals bis in die Zehenspitzen alle Bewegungsfähigkeit verloren hatte, machte er sich zum Fürsprecher der Querschnittsgelähmten. An diesem Dienstag (25.9.) wäre der Film- und Bühnenstar, Regisseur, Autor und Aktivist 60 geworden. Reeve erlag vor knapp acht Jahren, am 10. Oktober 2004, einem Herzstillstand.

Im unerschütterlichen Glauben an eine Heilung sammelte Reeve nach seinem Unfall Millionen für die Forschung. Die nach ihm und seiner Frau benannte Christopher und Dana Reeve Stiftung in Short Hills (US-Bundesstaat New Jersey) fördert Forschungsprojekte und hilft Menschen mit Rückgratverletzungen weltweit. Auch das Reeve-Irvine Forschungszentrum in Kalifornien genießt international Ansehen.

Reeve forderte bei Reden vor den Vereinten Nationen in New York und im US-Kongress in Washington mehr Rechte für Behinderte. Er appellierte in einer Oscar-Nacht auch an Hollywood. An einen computerbetriebenen Rollstuhl gefesselt und überwiegend auf künstliche Beatmung angewiesen, debattierte er mit Ärzten über seinen Traum, die durchtrennten Nervenstränge im Nacken mit Hilfe von Stammzellen wieder zu «kitten».

Sein Mut ging so weit, die Regierung von US-Präsident George W. Bush wegen ihrer Begrenzung der Stammzellenforschung zu verklagen. Erfolgreich drückte er die Forschung mit embryonalen Stammzellen in Kalifornien mit durch.

In New York als Sohn eines Professors und einer Journalistin geboren, flog Reeve sein eigenes Flugzeug, war leidenschaftlicher Skifahrer und Reiter, bis ihn sein Pferd «Eastern Express» vor einem Hindernis abwarf. Der «Superman»-Star landete kopfüber auf dem Boden und zerschmetterte bei dem Sturz zwei Nackenwirbel. Danach konnte er zunächst nur noch seine Lippen bewegen.

Reeve war bereits der dritte «Superman»-Darsteller, dem die Rolle kein Glück brachte. Einer seiner Vorgänger, Kirk Alyn, ruinierte mit ihr Jahrzehnte zuvor seine Karriere. Und George Reeves, Star von «Superman and the Mole Men» (1951), beging Selbstmord. Auch für Reeve fehlten nach den «Superman»-Filmen attraktive Angebote. Er musste sich in «The Aviator» und «Sleeping Beauty» mit Nebenrollen begnügen. Dabei hatte er sein Talent in Filmen wie «Das Mörderspiel», «Glitzernder Asphalt» und «Sprachlos» unter Beweis gestellt.

Zwei Jahre nach dem schweren Unfall gab Reeve sein Debüt als Regisseur. Für den Fernsehfilm «In the Gloaming» über einen Aidskranken, der zum Sterben in das Haus der Eltern zurückkehrt, gelang es ihm, Stars wie Glenn Close, Bridget Fonda und Whoopi Goldberg vor seine Kamera zu holen. Reeve scheute sich nicht, selbst schwerbehindert wieder in eine Rolle zu schlüpfen. In einem Remake von Alfred Hitchcocks Thriller «Fenster zum Hof» spielte er einen Architekten, der von seinem Rollstuhl aus Zeuge eines Mordes im Nachbarhaus wird.

Eine Wundinfektion führte 2004 den Herzstillstand herbei. Reeves Witwe Dana starb 2006 an Lungenkrebs. Die Reeves hinterlassen drei Kinder, die beiden älteren aus einer langjährigen Beziehung von Christopher und den gemeinsamen Sohn Will. Dessen älterer Halbbruder Matthew dokumentierte den Kampf seines Vaters unter dem Titel «Mutige Schritte» für das Fernsehen.

Christopher and Dana Reeve Stiftung

Reeve-Irvine Research Center

Christopher Reeves Filme

news.de/dpa

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