Musik Melancholischer Wittenbrink-Liederabend an Bord der «Aida»

Hamburg - Die Sehnsucht nach dem Meer führt sie alle zusammen: Neun Gestrandete an Bord der «Aida» bereiten den Zuschauern am Hamburger Schauspielhaus einen vergnüglichen Wittenbrink-Liederabend.

Melancholischer Wittenbrink-Liederabend an Bord der «Aida» (Foto)
Melancholischer Wittenbrink-Liederabend an Bord der «Aida» Bild: dpa

Anker auf und Leinen los! Nach «Sekretärinnen», «Männer» und «Eltern» hat Regisseur und Komponist Franz Wittenbrink die Zuschauer im Hamburger Schauspielhaus am Freitagabend mit auf eine musikalische Kreuzfahrt genommen. Auf der «Aida» treffen sich einsame Seelen auf der Suche nach dem Glück: Da ist die pensionierte Museumsdirektorin (Marlen Diekhoff), die von Tschechow schwärmt und Gedichte von Rose Ausländer vorträgt, der lebensmüde Wissenschaftler (Tim Grobe), der immer wieder bei dem Versuch scheitert sich umzubringen, oder die resolute Sterneköchin (Marion Breckwoldt), die am liebsten Mettbrötchen isst. In Liedern von Robbie Williams bis Bertolt Brecht geben sie Einblicke in ihr Seelenleben und versuchen, ihr Schicksal anzunehmen. Das Premierenpublikum spendete begeisterten Applaus.

Dabei verleiht der unverwechselbare Musikmix von Wittenbrink dem Abend den nötigen Schwung: So schmettert der russische Oligarch Sergej Aranowytsch (Achim Buch), der auffällig Wladimir Putin ähnelt, russische Volkslieder; die beiden aristokratischen Schwestern Elektra (Sandra Maria Schöner) und Salome (Anne Weber) spielen Johann Sebastian Bach auf der Blockflöte und Steward Benni (Henning Nöhren) versucht die Kreuzfahrtgäste mit «Ai Se Eu Te Puego» zu animieren. Banker Stollenberg (Jürgen Uter), der vor dem Finanzamt geflohen ist, schmachtet seine 21-jährige Geliebte (Anneke Schwabe) mit dem Franz Léhar-Hit «Dein ist mein ganzes Herz» an, während diese lieber mit dem Piraten Jack Sparrow (Tim Grobe) flirtet.

Blickte das Ensemble zu Beginn noch erwartungsvoll mit «Eine Reise ins Glück» in die Zukunft, werden sie am Ende alle zusammen mit dem sinkenden Kreuzfahrtschiff zu den Klängen von «Ecco moriró» untergehen. Dafür gibt es als Zugabe mit «Nimm' mich mit Kapitän auf die Reise» noch einen echten Kreuzfahrt-Klassiker.

Deutsches Schauspielhaus

news.de/dpa

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