Nintendo 3DS XL Es kommt nicht immer auf die Größe an

Nintendo 3DS XL
Tiefenrausch mit Größenwahn
Nintendo 3DS XL (Foto) Zur Fotostrecke

Von news.de-Redakteurin Mandy Hannemann
Größere Displays, noch besserer Tiefeneffekt - mit dem 3DS XL will Nintendo dem Spaß am dreidimensionalen Spielen wieder befeuern. Doch lohnt sich der Kauf? News.de hat den großen Spielefreund ausprobieren.

Mit tragbaren 3D-Spielen war Nintendo Vorreiter beim Spielen mit Tiefenerlebnis. Doch so groß der Hype zunächst war, so schnell wurde er Alltagsgeschäft. Mit einer größeren Variante - dem Nintendo 3DS XL - versucht das japanische Spieleunternehmen das 3D-Spielen nun wieder etwas ins Rampenlicht zu rücken.

Im Vergleich zum 3DS ist das Gehäuse des 3DS XL nur knapp um ein Viertel größer und mit 334 Gramm knapp ein Drittel schwerer als der kleine 3D-Handheld. Bei den Displays klotzt Nintendo jedoch: Das 3D-Display und der Touch-Bildschirm sind jeweils fast doppelt so groß wie im Vorgängermodell. So wird die Bedienung leichter und die Konzentration auf die Bildschirme ist mit weniger Kopfschmerzen verbunden.

Das Spielergebnis wird aber nicht nur angenehmer, weil der Spieler bislang untergegangene Details bei den Spielen jetzt deutlicher erkennen kann, was etwa bei The Legend of Zelda: Ocarina of Time 3D wirklich lohnt. Auch Interaktionspunkte bei Spielen, die mit dem StylusKleiner Plastikstift zur Eingabe von Befehlen auf Touchscreens. bedient werden, sind mit dem größeren Touchdisplay besser zu treffen. Das gilt auch für den Fall, dass mal der Finger dafür herhalten muss.

Die unschönen Seiten des Nintendo 3DS XL

Die Größe allein genügt jedoch nicht. Bei den Displays des 3DS XL fällt sofort deren starke Rasterung auf - besonders bei hellen Hintergründen. Zudem ist die Auflösung nicht auf den Bildschirm abgestimmt. Es bleibt - wie auf dem 3DS - bei 320 mal 420 Pixeln. Dadurch fransen Schriften aus und Icons haben keine sauberen Linien. Wer vom direkten Blickwinkel auf die Bildschirme abweicht, sieht statt des 3D-Effektes nur doppelt. Das ist zwar auch beim kleinen 3DS der Fall, fällt beim großen Bruder aber umso deutlicher auf.

Und auch bei der Verarbeitung des Geräts patzt Nintendo. Wer die SD-Speicherkarte wechseln will, sollte dies mit Vorsicht tun. Im news.de-Test öffnete sich nicht nur der Slot, die untere Abdeckung der Konsole löste sich zum Teil gleich mit von der Konsole.

Das Gehäuse selbst wirkt zwar stabil. Mit der Eleganz des Vorgängermodells hält der 3DS XL jedoch nicht mit. Die glänzende Klavierlackoptik ist mattem, billig wirkendem Plastik gewichen. Diesen Eindruck erweckt bereits die silber abgesetzte und zu den Seiten abgerundete Oberseite der Konsole. Auch im aufgeklappten Zustand ändert sich an dieser Wahrnehmung nichts. Alle Tasten sind in mattem, rauem Plastik gearbeitet. Die Home-, Select- und Start-Bedienfelder unter dem Touchdisplay wurden in Einzeltasten überführt und wirken unter dem Display nun sogar recht klobig.

Der Sparzwang beim Nintendo 3DS

Selbst beim Stylus-Pen macht Nintendo einen Schritt zurück. Bestand dieser beim 3DS zum Teil aus Metall und war ausziehbar, besteht er beim 3DS XL wieder vollständig aus Plastik und ist etwas kleiner. Auf ein zweites Circle-Pad, das sich beim 3DS zusätzlich anstecken lässt, hat Nintendo leider verzichtet, obwohl die große Version nun den nötigen Platz dafür bieten würde.

Wer darüber nachdenkt, einen derzeit rund 195 Euro teuren 3DS XL zu kaufen, sollte wissen, dass im Paket kein Ladekabel enthalten ist. Auf das hat Nintendo mit der Begründung verzichtet, den Preis für den großen 3D-HandheldTragbare Spielekonsole mit integrierter Stromversorgung, die praktisch in jede Hosentasche passt. «möglichst gering zu halten und weil viele Fans bereits ein Vorgängermodell besitzen». Die Ladestation des kleinen 3DS passt zudem nicht für die XL-Version. Einzeln kostet das Ladekabel im Internet rund 8 Euro, die Ladestation rund 25 Euro. Zum Vergleich: Der 3DS wird im Internet derzeit für 150 bis 170 Euro angeboten - mit beiden Lademöglichkeiten.

Fazit von news.de: Ein echter Coup ist Nintendos großer 3D-Handheld nicht. Die größeren Displays stellen ein geringfügiges UpgradeIm Unterschied zu einem Update als der Aktualisierung einer Softwareversion stellt ein Upgrade das Aufrüsten auf eine neue Version dieser Software dar. dar, mit dem der 3D-Effekt noch besser zur Geltung kommt. Sie sind aber in Sachen Leistung kein großer Sprung. Die bessere Akkuleistung und die etwas bequemere Bedienung des Gerätes mit großen Händen sind ein Pluspunkt. Am Ende fehlt dem Handheld aber die echte Qualitätsverbesserung. Auflösung und Bildwiedergabe sind nicht besser als beim kleinen 3D-Handheld. Und auch die Verarbeitung des Gerätes überzeugt nicht. Gleiches gilt für die Ausstattung.

Die Kaufentscheidung hängt also nur an den Displays. Wer bei der Arbeit am Bildschirm zu Kopfschmerzen neigt, ist mit dem Nintendo 3DS XL besser bedient. In Sachen Preis-Leistung ist der kleine 3DS derzeit aber die praktischere Alternative. Zumal es auch bei den Spielen keine Unterschiede gibt: Was in den 3DS passt, lässt sich auch auf dem 3DS XL spielen.

Gerät: Nintendo 3DS XL
Hersteller: Nintendo
Farbvarianten: Silber+Schwarz, Blau+Schwarz, Rot+Schwarz
Preis: zirka 195 Euro
Lieferumfang: 6 Augmented-Reality-Karten, 1 Stylus, 1 4-GB-SD-Speicherkarte, Handbücher und Schnellstartanleitungen

loc/news.de

Leserkommentare (0) Jetzt Artikel kommentieren
Kommentar schreiben  Netiquettelink | AGB
noch 600 Zeichen übrig
Anzeige
Umfrage
Hier an weiteren Umfragen teilnehmen!
Gamer-Vorlieben
WELCHES GENRE SPIELEN SIE AM LIEBSTEN?

Umfrage
Hier an weiteren Umfragen teilnehmen!
Gaming-Hardware
WELCHE IST DIE BESTE KONSOLE?

news.de auf Facebook
Follow us on Facebook!
News.de auf Twitter
Follow us on Twitter!
Anzeige