«Fifty Shades of Grey» Der Sadomaso-Erfolg im Reality-Check

Schmerzlust, Peitschen, Dominanz: Millionär Christian Grey quält die blutjunge, unerfahrere Studentin Anastasia zur willfährigen Untertanin. Fifty Shades of Grey ist der Buch-Erfolg in Deutschland. Aber geht Sadomaso wirklich so? Ein SM-Experte klärt auf.

Besuch im Sadomaso-Studio: Latex, Peitsche und Schläge
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Es ist zwar keine große Literatur, wohl aber ein großer Publikumserfolg: Die Buchreihe Fifty Shades of Grey, von der nun der zweite Teil in Deutschland erscheint, dreht sich um die dunkle Seite der Lust. Millionär Christian Grey unterwirft darin die jungfräuliche Studentin Anastasia und macht sie zu seiner Sklavin.

Offenbar spricht das Thema viele Menschen an. Auch die Wissenschaft hat sich bereits ausführlich den geheimen SM-Vorlieben der Menschheit gewidmet. Laut Studien haben zwischen 31 und 57 Prozent der Frauen - abhängig von der Untersuchung - Fantasien, in denen sie zum Sex gezwungen werden.

Ob es nun um den Sklavenvertrag oder Analsex geht: Viele Passagen im Buch sind völlig überspitzt und geben keine typische SM-Beziehung wieder. «Sondern eher eine Beziehung, die, würde sie statt in Pornotopia im wahren Leben spielen, vielfach in Richtung Missbrauch ging», so Sadomaso-Experte Arne Hoffmann. Er hat ein Buch geschrieben, in dem er mit den Shades of Grey abrechnet - und klarstellt, wo das Buch übertreibt und wie Sadomado-Interessierte wirklich vorgehen sollten.

Autor: Arne Hoffmann
Titel: Fessle mich! Der SM-Ratgeber für alle Fans von Shades of Grey, Die Geschichte der O und Meister der Lust
Verlag: mgv
Umfang: 208 Seiten
Preis: 14,99 Euro
Bereits erschienen

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jag/boi/news.de

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Leserkommentare (14) Jetzt Artikel kommentieren
  • Der immer seinen Nickname vergißt
  • Kommentar 14
  • 27.08.2012 13:02

Dazu taucht man dann in die verruchte Welt andersartiger sexueller Praktiken ein, die merkwürdiger Weise dann wieder sehr konventionell aufgelöst werden. Es gibt aus der vorletzten Jahrhundertwende eine Buchserie über die "Abenteuer der Josefine Mutzenbacher" die im öster. Kaiserreich die Spielarten von Sado/Maso und Inzest über Analverkehr und Vergewaltigung neben üblichem Sex thematisiert. In welche Katastrophe diese Gesellschaft letztendlich trieb, ist hinlänglich bekannt. Es ist diese neuerliche Fokussierung, die mir Sorge macht. Anstatt sich den drängenden Problemen zu stellen.....

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  • Der immer seinen Nickname vergißt
  • Kommentar 13
  • 27.08.2012 12:54
Antwort auf Kommentar 12

Ich glaube ganz ehrlich, das dies im Moment der Kampf mit der Verblödung unserer westlichen Gesellschaft ist. Die Jugendlichen verfolgen über 4-5 gähnend langweilige Bücher und Filme die Liebe eines Vampirs (!) zu einem pupertären Mädchen, verfasst von einer gläubigen Mormonin, die uns damit ihre Moralvorstellungen überbügelt. Ähnlich ist es mit "Shades Of Grey", denn am Ende "heilt" die Protagonistin ihren Liebhaber ja von seinen Neigungen. An jeder Ecke wird mit perfekten Körpern per SexSells geworben und viele haben scheinbar den Eindruck, sie verpassen etwas in ihrem Leben.

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  • Ingrid Schmitz
  • Kommentar 12
  • 27.08.2012 09:44

Ich kann mir den Hype um "Shades od Grey" nicht erklären, gibt es doch auch hier bei uns Bücher über SM, die um Klassen besser und realistischer sind. Ich denke da nur an "Schmerzlust" aus dem Piper Verlag. Es ist die Biographie der realen Domina Lady Ariana, die sich mit ihrer Lebensgeschichte outet und auch zum ersten Mal an die Öffentlichkeit tritt. Der Leser erfährt auch viel über ihr SM Privatleben, denn im Gegensatz zu so mancher Domina, spielt sie nicht nur eine Rolle. Für Nicht-Affine, wie mich, war es spannend zu lesen.

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