Fernsehen German Angst

Berlin - Micky Beisenherz ist schwer auf Touren gekommen, quer durch die deutsche Senderlandschaft. Der 35-jährige Fernsehmoderator und -autor arbeitete für RTL, RTL II und für ZDFneo. Seine Produktionszyklen, so scheint es, werden immer enger.

German Angst (Foto)
German Angst Bild: dpa

Kaum hat er für ZDFneo den Fernsehklassiker «Die Pyramide» zu neuem Leben erweckt, schiebt er auf demselben Sender gleich eine neue Reihe hinterher, die thematisch völlig konträr ist: Denn im Sechsteiler «German Angst», von diesem Donnerstag (23 Uhr) an zu sehen, betätigt er sich nicht als Show-Mann, sondern als rasender Reporter.

Der erste Teil ist der «Angst vor Gewalt» gewidmet. «Ich habe das Gefühl, dass das Gefahrenpotenzial immer weiter zunimmt», hört der Zuschauer den Fernsehreporter zum Auftakt des Filmes sagen, als Beisenherz zur kalten Jahreszeit durch Berliner Unterführungen spaziert und dabei auch auf finstere Zeitgenossen in dunklen Kapuzenjacken trifft. In Berlin trifft er auch auf seinen ersten Interviewpartner, der Gewalt in bitterer Form am eigenen Leib spüren musste: auf den heute 34 Jahre alten Stefan.

Stefan wurde vor sieben Jahren brutal am Ostbahnhof in Berlin von einem 18-Jährigen mit vier Messerstichen in den Bauch schwer verletzt. In einer Notoperation musste ihm die Milz entfernt werden. Während Stefan im Krankenhaus um sein Leben kämpfte, ermittelte die Polizei. Dank einer Bekannten aus dem Umfeld des Täters konnte der junge Mann geschnappt werden und wurde zu sechseinhalb Jahren Gefängnis verurteilt.

Beisenherz unterhält sich im ersten Film noch mit dem 41-jährigen Polizisten Erik Zühlsdorff aus Magdeburg, Einsatzleiter beim Regionalligaspiel zwischen Magdeburg und Leipzig. Er wurde bereits Gewaltopfer, als ihn eine Kugel am Jochbein traf. In München begegnet Beisenherz dem ehemaligen Hooligan Toni Meyer, der der gewaltbereiten Szene abgeschworen hat.

Welche Ängste wird Beisenherz in 50 Jahren überwunden haben, wird er in einem ZDF-Interview zur TV-Reihe gefragt. Die Angst vorm Altwerden, antwortet der 35-Jährige, die Angst vorm sozialen Abstieg brauche er dann auch nicht mehr zu haben, «weil die paar Jahre, die noch bleiben, kriege ich bestimmt auch noch rum».

An den folgenden Donnerstagen beschäftigt sich Beisenherz mit den Themen «Angst vor Überwachung», «Angst vor Überfremdung», «Angst vor sozialem Abstieg», «Angst vor Verantwortung» und «Angst vor dem Deutschsein».

news.de/dpa

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