Festspiele Regie-Nachwuchspreis für Giséle Vienne

Wien/Salzburg - Die Französin Gisèle Vienne hat trotz herber Kritik und mäßiger Publikumsreaktion den Regie-Nachwuchspreis der Salzburger Festspiele gewonnen.

Regie-Nachwuchspreis für Giséle Vienne (Foto)
Regie-Nachwuchspreis für Giséle Vienne Bild: dpa

Die Jury, in der unter anderem Festspiel-Präsidentin Helga Rabl-Stadler und Schauspieler August Diehl sitzen, sprach am Dienstag der 1976 geborenen Choreografin den jährlich vergebenen und mit 10 000 Euro dotierten «Young Directors Award 2012» zu, teilten die Festspiele mit.

Vienne schaffe in ihren in Salzburg gezeigten Stücken «Èternelle Idole» und mehr noch in «This is how you will disappear» eine eigene Welt, die eine Nachwelt sei, heißt es in der Begründung: «Verdammte, Verbannte, Untote aus unserer Populärkultur ziehen dort ihre Spur, Kontaktaufnahme ist unmöglich, denn die Sprache ist an ihr Ende gekommen.» In Viennes Theater werde der Mensch von den Räumen verschlungen, die er zu beherrschen glaube. «Aber die Art, wie er kämpft und am Ende doch verschwindet, hat eine große Schönheit.»

Beide Stücke seien vom Publikum mit eher dürftigem Applaus bedacht und von den Kritikern verrissen worden, berichtete die österreichische Nachrichtenagentur APA. Bei der Preisverleihung beschwerte sich die Regisseurin: «Ich verlange Respekt. Die Kritik hat sich als nicht intelligent und diskreditierend erwiesen. Die Kritiker sollten wenigstens ein paar Minuten nachdenken, bevor sie Vokabeln wie 'faul' oder 'trendy' verwenden. Wörter wie diese dürfen in Kritiken nicht auftauchen», schimpfte sie nach APA-Angaben.

news.de/dpa

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