«Lords of Football» Die neue Welt der Fußball-Spiele

«Fifa» und «Pro Evolution Soccer» sind die unangefochtenen Marktführer unter den Fußball-Simulationen. Eines aber fehlt den virtuellen Abziehbildern von Ribery, Schweinsteiger und Konsorten. Der spielerische Tiefgang. Mit dem startet ein kleines, unabhängiges Studio nun den Großangriff.

«Lords of Football»: Kicker mit Charakter

Mit den Fußball-Simulationen Fifa und Pro Evolution Soccer haben Electronic Arts und Konami nicht nur Millionen Euro verdient. Sie haben dafür auch viel Geld bezahlt. Die Lizenzen der europäischen Ligen sind teuer. Doch die Investition lohnt sich, wenn es darum geht, den Sofa-Kickern zu Hause ein Fußballerlebnis zu kredenzen, das dem im Stadion möglichst in nichts nachsteht.

Nur eines haben die großen Publisher bisher ignoriert. Ribery, Schweinsteiger und Co. sind nicht nur Fußballer. Sie sind auch Menschen. Und deren Form ist abhängig von so vielen Faktoren, die bei den marktführenden Fußball-Spielen bislang fehlen. In diese Nische stoßen nun die Entwickler des italienischen Entwicklerstudios Geniaware.

Lords of Football soll den großen Konkurrenten einen gehörigen Schrecken einjagen. «Seit gut 20 Jahren bieten Fußball-Spiele immer dasselbe», moniert Mautoan Marco, Game Designer von Lords of Fooball. «Deshalb wollten wir bei diesem Projekt von Anfang an alles etwas anders machen.»

Kein virtueller Fußballspieler war je menschlicher

Die Geniaware-Entwicklung setzt deshalb nicht nur auf Transfermarkt, Spielerwerte und Fußball-Regeln. Lords of Football trägt der Tatsache Rechnung, dass der Erfolg der Mannschaft von jedem einzelnen Spieler abhängt. Dabei spielt die Gesundheit genauso eine Rolle wie das physische und psychische Wohlbefinden der Kicker. Deshalb ist Lords of Football nicht nur eine Fußball-Simulation, sondern eine Lifestyle-Fußball-Simulation.

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Video: dpa

Neben einem ausgeklügelten Trainings- und Spielsystem existiert eine Welt auch außerhalb des Fußballplatzes. Es gibt einen Pub, in dem die Laune der Spieler mit Speed-Dating verbessert werden kann. Es gibt aber auch ein Restaurant, in dem die Fußballer zur Weinverkostung antreten können. Mit Konsequenzen. Denn guckt ein Spieler dabei zu tief ins Glas, gibt es am nächsten Tag einen Brummschädel, der vom virtuellen Physiotherapeuten mit Akkupunktur ausgetrieben wird. Oder der Spieler darf wegen eines Alkoholproblems gleich zur psychotherapeutischen Sitzung antreten. Persönlichkeit und Bedürfnisse machen in diesem Spiel einen wichtigen Teil des Spielerlebnisses aus.

Und damit längst nicht genug. Weil im realen Leben auch nicht immer eitel Sonnenschein herrscht, verfügt Lords of Football über ein Wettersystem. Ob Regen, Schnee oder Sonnenschein – es wird in jeder Situation trainiert und gespielt. Das schult die Leistungsfähigkeit der Spieler und hilft dabei, deren kickerische Fähigkeiten im Videospiel weiterzuentwickeln. Nur wer in der Lage ist, Ressourcen und Spielerfähigkeit effektiv für das Team zu entwickeln, hat eine Chance, das Spiel zu gewinnen.

Vorbild für die Konkurrenz von Electronic Arts

In Sachen virtuelles Kicken ist dieses Spielkonzept eine kleine Revolution, die den Spieler vor neue Herausforderungen stellt. Als Mischung aus Fußball-Simulationen mit allen taktischen, spielerischen sowie fußballtechnischen Elementen und Sims-Lebenssimulation eröffnet Lords of Football neuen Spielgenuss.

Fünf europäische Länder sind in das PC-Spiel integriert, das in sieben Sprachen verfügbar sein soll. Erscheinen wird das Spiel vermutlich aber erst Ende 2012, denn noch fehlt Geniaware der passende Publisher. Klar ist aber, dass sich Electronic Arts und Konami von diesem ganzheitlichen Spielansatz eine Scheibe Alltag abschneiden können.

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wam/news.de

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