Gamescom 2012 Eine Branche prostituiert sich

Gamescom 2012
Männer, Mädels und heißes Spielzeug

Von news.de-Redakteurin Mandy Hannemann, Köln
Ein Spiel zu entwickeln kostet viel Geld. Trotzdem verschleudert die Videospielindustrie gerade ihre Kreativiät. Kostenlose Spiele werden den Gamer regelrecht aufgedrängt. Doch die Strategie geht auf - auch finanziell.

Warum sind Videospiele eigentlich nichts mehr wert? Oder besser: Warum werden sie neuerdings verramscht? Nichts ist auf der Gamescom 2012 so präsent wie das Motto «free to play». Kaum ein Publisher, der etwas auf sich hält, kommt in diesem Jahr ohne die kostenlosen Angebote aus. Und das, obwohl die Entwicklung eines einzigen Spieles bisweilen Kosten im siebenstelligen Bereich verursacht.

Rein wirtschaftlich betrachtet kommt die Strategie deshalb einer Bankrotterklärung der Branche gleich. Eigentlich. Denn der Pleitegeier kreist schon länger über diversen Entwicklerstudios. Und die Einnahmen der Publisher sinken, was insbesondere der Fall Nintendo zeigt. Der Branchenprimus schreibt rote Zahlen - obwohl die Affinität der Neueinsteiger zum dauerhaften Gamer zu werden bei Nintendos Entwicklungen besonders hoch ist.

Doch in Krisenzeiten ist die Videospielindustrie eine der Branchen, die besonders stark von der Zurückhaltung der Verbraucher belastet wird. Gespart wird nicht am Butterbrot, sondern am Freizeitvergnügen. Wer nicht Core Gamer ist, der verliert in solchen Abstinenzphasen häufig die Verbindung zum Gaming. Diese Tiefs haben die Spielemacher immer wieder erlebt.

Einen Teil der Zielgruppe zu verlieren, ist jedoch etwas, das sich die Publisher und Studios in Zeiten der Mobile und Social Games schlicht nicht leisten können. Es gilt, um jeden Preis das Publikum bei Laune zu halten. Free-to-play-Games, die seit der Gamescom des vergangenen Jahres die Schallmauer der Zurückhaltung durchbrochen haben, sind deshalb zum probaten Mittel geworden. In erster Linie, weil sie kostenlos sind. In zweiter Linie, weil sie eben nicht ganz so kostenlos sind.

Die Branche verkauft sich. Aber nur, um in der Krise doch mehr Geld zu verdienen. Angucken ist kostenlos. Aber wenn's dann zur Sache geht, dann wird der Spaß zur Gelddruckmaschine. Wie bei einer Prostituierten. Und wer so richtig auf den Geschmack gekommen ist, der bleibt eine gute Weile dabei. Das lohnt sich für die Branche. Denn die Luststeigerung steigt mit dem Geschmack. Wer einmal einen Cent-Betrag ausgegeben, der gibt auch mehr. Und am Ende hat der Spieler mehr Geld in die Hure gesteckt, als er für die eigene Frau ausgegeben hätte. Die Weiterentwicklung von Spielen ist so jedensfalls langfristig gesichert. In Asien und USA besonders, die Europäer sind da etwas konservativer - noch.

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wam/news.de

Leserkommentare (3) Jetzt Artikel kommentieren
  • doooit
  • Kommentar 3
  • 12.11.2012 16:32

genau so sieht es aus, der markt wird mit f2p müll überflutet. Am anfang war es nur der MMO Bereich, dreck Spiele wie RoM usw jetzt gibt es diese f2p in allen Spaten. Ich hab mir das ganze nur kurz angeschaut und es ist erschreckend wie viel Geld man für schlechten Service zahle. Nie wieder f2p.

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  • DW
  • Kommentar 2
  • 19.08.2012 03:48

entlasst die autorin, teilweise selten so einen bullshit gelesen.

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  • shadaik
  • Kommentar 1
  • 18.08.2012 18:50

Äh ja, genau. Die Spielebranche will erst seit neuestem Geld verdienen, früher hat es sowas nicht gegeben. Oder was will uns der Artikel sagen? Die Metapher mit der Hure und der eigenen Mutter würde ich auch nochmal einem Lektorat anvertrauen, die ist etwas... zweifelhaft.

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Gamescom 2012: Free to play - der Wert der wertlosen Spiele » Medien » Unterhaltung

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