Kritik an Videospielen Bitte keine Schulmädchen mit Doppel-D-Brüsten

Gamescom 2012
Männer, Mädels und heißes Spielzeug
Gamescom 2012 (Foto) Zur Fotostrecke

Von news.de-Redakteurin Mandy Hannemann, Köln
Eines lässt sich Spielemacher Warren Spector nicht nachsagen: Ideenlosigkeit. Die attestiert der Schöpfer von Deus Ex und Micky Epic allerdings seinen Branchenkollegen. Auf der Gamescom machte Spector seinem Ärger Luft.

Die Gewalt in Spielen sei inzwischen zu präsent – mit diesem Tenor hatte Warren Spector nach der Spielemesse Electronic Entertainment Expo im Juli die Schlagzeilen der Videospielpresse auf seiner Seite. Dabei blieb es auch bei der Gamescom 2012. Doch dass er damit auch gemeint habe, Spiele mit übermäßiger Gewaltdarstellung würden die Spieler gewalttätig machen, davon nahm er Abstand. «Ich habe kein Problem mit gewaltlastigen Spielen. Ich habe schließlich selbst gewaltlastige Spiele gemacht», gab er in Köln zu verstehen. Gewalt sei überall präsent – im Fernsehen, in Filmen. Das mache schließlich auch niemanden zum Gewalttäter. Er selbst sei dafür das beste Beispiel.

Was den 57-Jährigen Spielemacher neben der Gewaltdebatte aber richtig nervt, das ist die Einfallslosigkeit, die immer mehr Spielen zu deutlich anzusehen sei. «Ständig sind Slow-Motion-Effekte zu sehen. Und überall tauchen Mädels in Schulmädchenuniform auf, die an Lollies lutschen und den Eindruck von Doppel-D-Brustimplantaten erwecken», moniert Spector, der in Köln den zweiten Teil seines Disney-Spiels Micky Epic – Die Macht der 2 präsentierte.

Spector vermisse echte Charaktere. Doch die zu erschaffen, sei deutlich schwerer als die übliche Effekthascherei zu recyceln. Etwas aber, das bisher kein Spiel hatte, was noch niemand in einem Spiel erlebt habe, das sei in der Branche inzwischen rar geworden. Zur Gamescom 2012 passt dieses Fazit auf jeden Fall, denn gerade die großen Publisher erweisen sich in diesem Jahr besonders als Wiederholungstäter.

Und wenn es keine Fortsetzung ist, dann wird eine weithin bekannte Spielemarke einfach als Online-Version adaptiert. Ubisoft tut das derzeit: Das als Weltpremiere angekündigte Anno Online – analog zu Die Siedler Online – ist im Wesentlichen auch nur einer Netzadaption der erfolgreichen Spielereihe. Electronic Arts hat diesen Weg mit Battlefield bereits vor einiger Zeit beschritten.

Eine Lösung für das Problem scheint auch Spector nicht zu haben. Zumindest lässt er sich aber von unbelegten Vorurteilen nicht abschrecken. Micky Epic – Die Macht der 2 wird in Teilen wohl ein Musical-Adventure. Was in amerikanischen TV-Serien längst Usus ist – nämlich die Geschichte in Form von Liedern zu erzählen –, darüber würden viele Branchenkenner «unken, dass Spieler derlei nicht akzeptieren». Spector macht nun die Probe aufs Exempel.

wam/news.de

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