Musik Mary Epworth: Zwischen Elfen-Folk und Cinemascope

Mary Epworth: Zwischen Elfen-Folk und Cinemascope (Foto)
Mary Epworth: Zwischen Elfen-Folk und Cinemascope Bild: dpa

Berlin - Beim Nachnamen dürfte es rasch Klick machen: Paul Epworth ist der zur Zeit wohl angesagteste britische Pop-Produzent. Seine Schwester Mary traut sich nach vier Jahren Anlaufzeit erst jetzt ins Rampenlicht - mit einem äußerst selbstbewussten Debütalbum.Das Ende Juli erschienene «Dream Life» (Hand Of Glory/Warner) vereint zarten Folk im Stil der 60er/70er Jahre und wuchtig produzierte, leicht psychedelische Dreampop-Songs.

Über ihren berühmten Bruder, den gefragten Studiotüftler für Stars wie Adele, Florence And The Machine oder Bloc Party, verliert Mary Epworth nicht allzu viele Worte - außer dass er sie als Teenager «an seiner Heavy-Metal-Phase teilhaben» ließ.

Die junge Sängerin will es sichtlich allein schaffen. Und das ist ihr auch durchaus zuzutrauen. Denn nicht nur nennt Mary Epworth eine fast überirdisch schöne Stimme ihr Eigen, sie hat auch viel Gespür für eindrucksvolle Cinemascope-Arrangements (das scheint also in der Familie zu liegen).

Als Produzent im heimischen Norfolk und im verschneiten Berlin fungierte Labelboss Will Twynham. Den Mix des Albums besorgten mit Thom Monahan und Gareth Jones zwei US-Koryphäen «im strahlenden Sonnenschein von Los Angeles», wie Mary verrät.

Der Sound von «Dream Life» ist trotz dieser sommerlichen Umstände überwiegend düster-verhangen geraten. Viel Hall liegt über Liedern wie «Those Nights» oder «Heal This Dirty Soul», die Rhythmen sind durchweg schleppend und getragen. Die Dreampop-Vorzeigeband Beach House als Folkies mit Anschluss an die späten Sixties - so ungefähr klingt das.

Auch wenn dem Album im letzten Drittel etwas die Luft ausgeht - mit «Dream Life» stellt Mary Epworth nachdrücklich unter Beweis, dass im britischen Neo-Folk mit ihr zu rechnen ist.

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news.de/dpa

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