Musik Madonna: Ärger um Warschau-Konzert

Madonna: Ärger um Warschau-Konzert (Foto)
Madonna: Ärger um Warschau-Konzert Bild: dpa

Warschau - Pop-Diva Madonna sorgt schon wieder für Ärger, diesmal in Polen. Trotz wochenlanger Proteste wollte die 53 Jahre alte US-Künstlerin am Mittwochabend in Warschau auf die Bühne treten, ausgerechnet dem 68.

Jahrestag des Warschauer Aufstandes.

In der ganzen Stadt waren im Vorfeld Plakate der Popqueen mit Graffiti beschmiert worden. Kritiker besprühten diese mit den Buchstaben P und W, was für «Polska walczaca» steht (das kämpfende Polen) und ein Symbol der polnischen Untergrundbewegung im Zweiten Weltkrieg war.

Mit einem Video vor Konzertbeginn, über die Helden von 1944, die versucht hatten, die Stadt von der nationalsozialistischen Besatzung zu befreien, wollen die Veranstalter die Kritiker beschwichtigen. Veteranen des Aufstandes hatten beklagt, dass Datum sei für Madonnas Auftritt unangemessen. Rund 50 000 Menschen hatten ihren Namen unter eine Online-Petition gegen das Konzert gesetzt, wie die Organisatoren namens «Kreuzzug der Jugend» mitteilten. Die konservative katholische Jugendorganisation kritisierte zudem, dass Madonna den katholischen Glauben angreife, indem sie christliche Symbole zu Bühnenattributen mache.

Bis heute ist der 1. August für viele Polen ein hochemotionaler Tag. Mit Sirenen und einer Schweigeminute erinnern sie an den Beginn des wochenlangen Aufstandes und der rund 200 000 Opfer. Bereits 2009 hatte Madonna im überwiegend katholischen Polen für einen Aufschrei gesorgt, weil sie an Mariä Himmelfahrt auf die Bühne trat. «Madonna will die Polen schon wieder verhöhnen», kritisierte die Organisation «Kreuzzug der Jugend».

Es ist nicht das erste Mal, dass es rund um Madonnas Welttournee «MDNA Tour» Ärger gibt. In Frankreich war die Pop-Diva bereits auf Konfrontationskurs zur rechtsextremen Politikerin Marine Le Pen gegangen. Erst zeigte sie ein Video, in dem Le Pen ein Hitlerbart und ein umgedrehtes Hakenkreuz ins Gesicht projiziert wurden, später griff sie die Politikerin mit Worten an.

Organisatoren der Petition

Konzerveranstalter

news.de/dpa

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