Museen Tausende Kunstschätze kehren zurück ins Reichsmuseum

Tausende Kunstschätze kehren zurück ins Reichsmuseum (Foto)
Tausende Kunstschätze kehren zurück ins Reichsmuseum Bild: dpa

Amsterdam - Im Amsterdamer Reichsmuseum spielt von diesem Montag an wieder die Kunst die Hauptrolle. Mit der Schlüsselübergabe an Direktor Wim Pijbes wird der symbolische Schlusspunkt unter fast neun Jahre währende umfassende Modernisierungsarbeiten gesetzt.

Nun kann mit der Rückführung und Aufstellung Zehntausender Kunstschätze begonnen werden, die 2003 auf zahlreiche Depots verteilt oder an Museen im In- und Ausland ausgeliehen worden waren.

Die nach Plänen des spanischen Architekturbüros Cruz y Ortiz erfolgte Generalüberholung des 1885 von Pierre Cuypers errichteten Prunkbaus sollte eigentlich spätestens 2008 abgeschlossen sein. Zahlreiche technische Probleme sowie Kompetenz-Querelen hatten für immer neue Verzögerungen gesorgt.

Im Zuge der Restauration wurde das Haus am Museumplein wieder in seine ursprüngliche bauliche Gestalt und Raumfolge zurückversetzt. Die riesige Vorhalle erstrahlt in altem Glanz, der Mosaikfußboden wurde nach den Originalentwürfen neu verlegt, und erstmals seit 90 Jahren sind auch die Gemälde von Cuypers an den Außenwänden wieder gut sichtbar. Zwei glasgedeckte Innenhöfe sind hinzugekommen und schlagen den Bogen zur Moderne - ebenso wie die 30 Fahrstühle, bisher gab es nicht einen.

«Endlich können wir mit dem Einrichten beginnen», freut sich Direktor Pijbes, der sichtlich stolz ist auf sein neues altes Museum. In 80 Sälen sollen an die 10 000 Kunstwerke untergebracht werden. Insgesamt ist allerdings selbst das nur ein kleiner Teil aus dem Besitz des Museums, der rund 1,1 Millionen Kunstgegenstände und 300 000 Bücher umfasst.

Ganz geschlossen war das Reichsmuseum in den Umbaujahren nie: Einige der berühmtesten Gemälde alter holländischer Meister, darunter Rembrandts «Nachtwache», waren in einem Seitenflügel zu sehen. Die «Nachtwache» wird als letztes Kunstwerk in das runderneuerte Museum zurückkehren. Das 3,63 Meter mal 4,37 Meter große Werk wird dann einige Zentimeter tiefer als zuvor aufgehängt werden. «Ich mag Gemälde, die tief hängen. Dann hat man mehr Kontakt zur Kunst», sagt Pijbes.

Bis alle restlichen Bauarbeiten - vor allem Schönheitsreparaturen - und dann die aufwendige Neueinrichtung geschafft sind, müssen sich Kunstfreunde allerdings noch gedulden: Von April 2013 an wird das Reichsmuseum wieder vollständig für die Öffentlichkeit zugänglich sein. Dann, so hofft der Direktor, werden jährlich rund zwei Millionen Besucher kommen. Schließtage soll es nicht mehr geben: «Wir werden vermutlich das erste Museum weltweit sein, das 365 Tage im Jahr geöffnet ist.»

Homepage Reichsmuseum, Englisch

news.de/dpa

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