Fernsehen Das Adlon wird zum Filmstoff fürs ZDF

Berlin - Das ZDF verfilmt die Geschichte des Adlons, des legendären Berliner Hotels. Die Liste der Schauspieler ist lang, der Fuhrpark für die Dreharbeiten groß.Burghart Klaußner und Heino Ferch spielen Vater und Sohn der Hotel-Familie Adlon.

Das Adlon wird zum Filmstoff fürs ZDF (Foto)
Das Adlon wird zum Filmstoff fürs ZDF Bild: dpa

Jungstar Josefine Preuß altert um Jahrzehnte. Ken Duken, durch eine einschlägige Szene aus «Zweiohrküken» bekannt, ist der «love interest», der Liebhaber. Und Christiane Paul wird Anja Kling verführen.

Das ZDF und die Produktionsfirma von Oliver Berben müssen bei dem zehn Millionen Euro schweren Dreiteiler über das Berliner Hotel Adlon den Überblick behalten, bei mehr als 100 Schauspielerrollen. Bei der Vorstellung - natürlich im Adlon - sind am Donnerstag mehr prominente Gesichter dabei als bei vielen Kinopremieren. Auch Wotan Wilke Möhring, Sunnyi Melles, Nora von Waldstätten, Marie Bäumer und Jürgen Vogel gehören zur Besetzung.

Regisseur Uli Edel («Der Baader Meinhof Komplex», «Wir Kinder vom Bahnhof Zoo») will in den Wänden eines Hotels das Jahrhundert erzählen. Gedreht wird «Das Adlon: Ein Hotel. Zwei Familien. Drei Schicksale» noch bis Ende September. Sendetermin soll im Frühjahr 2013 sein. Das ZDF setzt nach den «Krupps», «München 72» und «Dresden» damit wieder auf Geschichte.

Es geht um Historie und Emotionen, Realität und Fiktion vermischen sich. Der Bogen spannt sich von der Kaiserzeit bis in die 1990er Jahre. «Ich glaube, dass wir damit auch jüngere Zuschauer erreichen werden», sagt der stellvertretende ZDF-Programmdirektor Reinhold Elschot, der schon entsprechendes Interesse bei seinen Sekretärinnen beobachtet habe.

Christiane Paul, die eine amerikanische Fotografin spielt, verweist auf die britische Kostüm-Serie «Downton Abbey». Sie sieht historische Stoffe «en vogue» und einen Trend, sich mit den eigenen Wurzeln zu befassen, in einer Zeit, in der die Zeitzeugen bald nicht mehr da sind.

Josefine Preuß («Türkisch für Anfänger») dürfte mit dem Film groß rauskommen. Sie spielt die Adlon-Patentochter Sonja Schadt. Deren fiktive Lebensgeschichte bildet den roten Faden und lässt Preuß von 15 bis 50 Jahre altern. «15 geht, glaube ich, leicht: Das nimmt man mir immer noch ab», sagt die 26-Jährige. Später helfen Maske und Kostüm.

Auch das klingt nach vielen Kostümen und Epos: Der Fuhrpark für die Dreharbeiten soll es auf zwei Kilometer Länge bringen. Die erste Klappe fiel auf einem alten Schloss in Brandenburg. Das Innere des Hotels findet sich im Studio Berlin, die Fassaden und der Pariser Platz werden in die Bavaria Studios verlegt. Produzent Berben will eine Erzählweise, die den Zuschauer relativ schnell vergessen lässt, dass er in einer anderen Zeit ist. «Ich mag das klare Bekenntnis zum Emotionalen gerne.»

Das Grandhotel, 1907 eröffnet, kurz nach dem Zweiten Weltkrieg abgebrannt und 1997 neu eröffnet, steckt voller Geschichten. Thomas Mann, Greta Garbo und Charlie Chaplin waren einst unter den Gästen. Gerade bekam Berben Post von einer alten Dame: Ihr Mann war Chauffeur und wusste von einem Gast zu erzählen, der in den 1920er Jahren acht Jahre lang in dem Hotel verschwunden sein soll.

ZDF-Drehstartmeldung

news.de/dpa

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