Kunst Kunstberater Achenbach: «Kontakte sind alles»

Düsseldorf - Der Düsseldorfer Kunstberater Helge Achenbach gilt als einer der besten Netzwerker in der deutschen Kunstszene. Mit der Nachrichtenagentur dpa spricht er über Kontakte und die Macht im Kunstmarkt.Sie sind Kunstberater.

Kunstberater Achenbach: «Kontakte sind alles» (Foto)
Kunstberater Achenbach: «Kontakte sind alles» Bild: dpa

Was ist das für ein Beruf?

Achenbach: «Ich bin ein Mensch, der sich zwischen den Welten bewegt. Ich habe enge Kontakte zu den Künstlern, aber auch zu Sammlern, Unternehmern und Museumsdirektoren. Ich bin ein Vernetzer. Das macht mir am meisten Freude.»

Sie sind Diplom-Sozialpädagoge und haben nie Kunst studiert. Dennoch haben Sie einen guten Riecher für Kunst...

Achenbach: «Ich würde mal sagen, ich bin ein neugieriger und offener Mensch. Dass ich bei den "richtigen" Künstlern geblieben bin, hat sehr viel mit den intensiven Gesprächen zu tun, die ich mit vielen Künstlern führe. Diese haben mir mit ihrer oft kritischen Haltung häufig gezeigt, wo es lang geht.»

Wie viele Nummern haben Sie in Ihrem Handy?

Achenbach: «Viele. Kontakte sind alles.»

Wer hat die Macht am Kunstmarkt?

Achenbach: «Es ist ein Zusammenspiel verschiedener Akteure, eine Art Gesamtkonzept. Der erste Schritt ist die Entdeckung des Künstlers. Das kann beispielsweise beim Rundgang durch die Akademie geschehen. Erfolgreich wird er oder sie aber nur dann sein, wenn alle mitspielen: Galeristen, Museumsleute und Sammler. In der ersten Reihe steht die Galerie. Wenn sie gut ist, ist das gut für die Karriere des Künstlers, denn dann kommen automatisch Sammler und Museumsleute.»

Wer entscheidet, was gute Kunst ist?

Achenbach: «Das entscheidet ebenfalls das Kunstuniversum. In seltenen Fällen kann es auch ein einzelner Sammler sein, aber nur wenn er ein wirklich gutes Auge hat. Viele Kunststudenten kommen nicht groß raus, weil sie nicht gut genug sind, nicht originär genug, weil sie nicht das Besondere schaffen.»

Was muss ein Künstler tun, um bekannt zu werden?

Achenbach: «Er muss etwas Neues schaffen, etwas Eigenständiges und dabei gleichzeitig eine eigene Handschrift entwickeln.»

Interview: Dorothea Hülsmeier, dpa

Achenbach Art Consulting

news.de/dpa

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