Literatur Ruth Klüger eröffnet Bachmann-Wettbewerb

Ruth Klüger eröffnet Bachmann-Wettbewerb (Foto)
Ruth Klüger eröffnet Bachmann-Wettbewerb Bild: dpa

Wien/Klagenfurt - Dichtung und Wahrheit, Literatur und Kitsch - mit Gedanken über diese Themen hat am Mittwochabend die Schriftstellerin Ruth Klüger den Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb eröffnet.

Klüger, die 1931 in Wien geboren wurde und mehrere Konzentrationslager der Nationalsozialisten überlebte, plädierte für eine Dichtung, die eine Vision verfolge und über die Realität hinaus reiche.

Beim renommiertesten Literaturwettbewerb im deutschsprachigen Raum lesen von Donnerstag bis Sonntag 14 Autoren aus neuen Texten. Am Sonntag werden die fünf Preise in der Gesamtsumme von 54 500 Euro vergeben.

Die Schriftstellerin und Literaturwissenschaftlerin Klüger stellte ihre «Klagenfurter Rede zur Literatur» in Anlehnung an ein Gedicht Ingeborg Bachmanns unter das Thema «Der haltbare Satz im Bimbam der Worte».

Dichtung bestehe auf einem Wahrheitsanspruch, der nicht mit der Wirklichkeit übereinstimmen müsse, «und sucht Vision», sagte Klüger nach dem Manuskript, das der Nachrichtenagentur dpa vorab vorlag: «Zweck der Literaturtage ist es ja wohl, das Bimbam mit dem haltbaren Satz zu widerlegen. Die Dichtung mag ein Labyrinth von Irrwegen sein, die jedoch immer noch einen Ausweg, den Weg zur Wahrheit, in Aussicht stellen.»

Bei der Auftaktveranstaltung der «Tage der deutschsprachigen Literatur» wurde auch die Reihenfolge ausgelost, in der die 14 Teilnehmer am Literaturwettbewerb von Donnerstag an bis Samstag ihre Texte vorlesen. Die Kandidaten, davon acht aus Deutschland, vier aus Österreich und zwei aus der Schweiz, lesen vor einer siebenköpfigen Jury und Publikum aus unveröffentlichten Texten.

Die Juroren debattieren im Anschluss über die Beiträge und bestimmen am Sonntag in öffentlicher Abstimmung die Preisträger. Es geht um fünf Preise in der Gesamtsumme von 54 500 Euro.

Internetseite des Wettbewerbs

Internetseite 3Sat

Internetseite Stadt Klagenfurt

news.de/dpa

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