Literatur Spanische Polizei stellt gestohlenes Jakobsbuch sicher

Spanische Polizei stellt gestohlenes Jakobsbuch sicher (Foto)
Spanische Polizei stellt gestohlenes Jakobsbuch sicher Bild: dpa

Santiago de Compostela - Ein Jahr nach dem Diebstahl des Jakobsbuchs hat die spanische Polizei den Kulturschatz aus dem 12. Jahrhundert sichergestellt.

Ein Elektriker wurde als mutmaßlicher Dieb festgenommen.

Das Original des mittelalterlichen Reiseführers für Pilger auf dem Jakobsweg war im Juli 2011 aus der Kathedrale von Santiago de Compostela im Nordwesten Spaniens entwendet worden. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Efe am Mittwoch unter Berufung auf Polizeikreise berichtete, entdeckten die Beamten das Buch, dem ein unschätzbarer Wert zugeschrieben wird, in einer Garage in der Ortschaft Milladoiro im Nordwesten Spaniens. Die Schriftensammlung, die auf Latein «Liber Sancti Jacobi» oder «Codex Calixtinus» genannt wird, sei in einem guten Zustand und weise keine Schäden auf, berichtete der staatliche Rundfunk RNE. Die Garage, in der das Werk entdeckt wurde, gehöre zu dem Gebäude, in dem der mutmaßliche Dieb seine Wohnung hatte.

Der festgenommene Handwerker hatte die elektrischen Anlagen der Kathedrale gewartet. Seine Ehefrau, ein Sohn und dessen Lebensgefährtin wurden als mutmaßliche Komplizen ebenfalls dingfest gemacht. Bei Hausdurchsuchungen in Wohnungen der Familie stellte die Polizei Münzen und Gewänder aus der Kathedrale, acht Kopien des Jakobsbuchs und 1,2 Millionen Euro Bargeld sicher.

Die Schriftensammlung gilt als einer der ältesten und am besten erhaltenen Reiseführer der Welt. Das Buch war im Safe des Archivs der Kathedrale aufbewahrt worden. Die Sicherheitsbestimmungen waren damals allerdings nicht besonders streng eingehalten worden. Ein Wissenschaftler hatte vor einem Jahr bei Forschungsarbeiten festgestellt, dass das Jakobsbuch fehlte. Er informierte die Kirchenbehörden, die daraufhin die Polizei einschalteten.

Die Ermittler schlossen nicht aus, dass der Elektriker das Buch entwendet haben könnte, um sich an der Kirche für seine Entlassung zu «rächen». Die Leitung der Kathedrale hatte im vorigen Jahr mehrere Stellen gestrichen, darunter auch die des Elektrikers.

news.de/dpa

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