Museen Smerling weist Kritik an Bonner Kiefer-Schau zurück

Duisburg/Bonn - Der Kurator der umstrittenen Anselm-Kiefer-Ausstellung in der Bonner Bundeskunsthalle, Walter Smerling, weist die Kritik an der Schau zurück.

Smerling weist Kritik an Bonner Kiefer-Schau zurück (Foto)
Smerling weist Kritik an Bonner Kiefer-Schau zurück Bild: dpa

«Wir haben nie von einer Retrospektive gesprochen. Die Grothe-Sammlung hat retrospektiven Charakter, aber es ist keine Retrospektive. Das kann die Ausstellung gar nicht leisten, denn die Ausstellung zeigt nur einen Teil des Kieferschen Werkes», sagte Smerling der Deutschen Presse-Agentur.

Die gerade eröffnete Ausstellung ist in Medien kritisiert worden, weil die gezeigten Werke ausschließlich aus einer einzigen Privatsammlung - der des Unternehmers Hans Grothe - stammen. Dies passe nicht mit dem Anspruch einer umfassenden Retrospektive zusammen, wurde kritisiert.

Kritik war auch von Nordrhein-Westfalens Kulturministerin Ute Schäfer (SPD) gekommen: «Eine solche Ausstellung ist ein Kulturbruch, der kritisch wahrgenommen und diskutiert wird», hatte die Ministerin in einem dpa-Interview gesagt. In Medien hatten einige Kritiker sogar die Befürchtung geäußert, dass die Werke nach einer musealen Aufwertung später verkauft werden könnten.

Letzterer Vorwurf sei «völlig absurd», sagte Smerling. Die Eigentümer hätten nicht vor, die Sammlung in den nächsten 20 bis 30 Jahren zu verkaufen. Außerdem sei die Bundeskunsthalle in Bonn für ein solches Vorhaben nicht der richtige Ort. «So verkaufsfördernd sind Ausstellungen, die dort gemacht werden, nicht.»

Er sei sehr dankbar für die Werke aus der Privatsammlung, sagte Smerling. Mit Leihgaben wäre eine vergleichbare Ausstellung wesentlich teurer geworden, betonte er. «Das ist eine der preiswertesten Ausstellungen, die die Bundeskunsthalle in dieser Dimension gemacht hat.»

Eine um weitere Leihgeber erweiterte Ausstellung sei nie sein Auftrag von der Bundeskunsthalle gewesen, sagte Smerling. Einen solchen Auftrag hätte er auch abgelehnt, weil er wesentlich zeitaufwendiger gewesen wäre. Vertraglich vereinbart gewesen sei nur, eine an anderen Orten wie Antwerpen und Baden-Baden schon erfolgreich gelaufene Ausstellung nach Bonn zu holen. Das - und nicht mehr - habe er getan.

news.de/dpa

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