Kunst Kunstmuseum Bonn inszeniert sich zum Jubiläum neu

Kunstmuseum Bonn inszeniert sich zum Jubiläum neu (Foto)
Kunstmuseum Bonn inszeniert sich zum Jubiläum neu Bild: dpa

Bonn - Der Titel «Wasserstandsmeldung» steht für die dritte Neuinszenierung der Sammlung des Kunstmuseums Bonn, seit Stephan Berg 2008 zum Intendanten berufen wurde.Anlass für die neue Schau ist die Eröffnung des von Axel Schultes entworfenen Museumsneubaus an der Bonner Museumsmeile vor 20 Jahren.

Die Ausstellung zeigt vieles in neuem Kontext, was seit Jahren im Magazin gelagert wurde, aber auch Neuerwerbungen zu bieten hat. Berg spricht vom «Museum als Speicher für Bildenergien».

Reinhard Muchas namensgebende Installation «Wasserstandsmeldungen» ist im selben Raum zu betrachten, in der sie auch schon bei der Erstpräsentierung 1992 untergebracht war. «Dies ist ein deutscher Raum», sagt Berg zu dem 1986 geschaffenen Kunstwerk. Es sei ein Speicher der Erinnerung, eine Verdichtung der Erinnerungen. Zu sehen sind in der Raummitte aufgestapelte Stellwände. An den Wänden hängen leere Kästen, auf deren Front um 90 Grad gekippte Türblätter montiert sind. Das ist wuchtig, irgendwie beklemmend. Aber es gibt den künstlerischen Zeitgeist der 80er Jahre wieder.

Ohne Joseph Beuys wäre Mucha so nicht denkbar gewesen, sagt Berg. Da fügt es sich, dass Beuys gleich daneben einen Raum erhalten hat. Nach Jahren im Erdgeschoss sind seine Werke nun wieder wie bereits zur Eröffnung des Hauses in die erste Etage gewandert.

Mit der Neuinszenierung werden mehr als 20 Räume des Hauses bespielt, das vielen als schönstes Tageslichtmuseum Deutschlands gilt. Die Ausstellungsmacher heben gern die Kompetenz als Malereimuseum hervor. Ihnen ist es wichtig, die Bilder und Werke in einen neuen Kontext einzuordnen. Da werden künstlerische Entwicklungen deutlich und Inspirationen für andere.

Neu in der Sammlung ist Neo Rauchs Bild «Waldmann», das Berg als ein zentrales Werk des Künstlers bezeichnet. Neu und nur Stunden vor der Eröffnung fertig geworden ist der Raum von Franz Ackermann. Bunte Farben, Linien, Städtefotos erzählen von den Reisen des Künstlers und seinen Eindrücken dabei. Nach dem tristen Objekt «Wasserstandsmeldungen» eine Erholung für Auge und Gemüt des Betrachters. Schließlich gibt es im Haus auch noch den Bereich der Klassischen Moderne. Aus Anlass des 125. Geburtstags von August Macke wird das gesamte Spektrum seines Werkes aufgeboten, eingebettet in den Zusammenhang der Rheinischen Expressionisten.

Informationen zur Neuinszenierung der Sammlung

news.de/dpa

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