Film Der Visionär: Acht Tim-Burton-Filme in Box-Set

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Der Visionär: Acht Tim-Burton-Filme in Box-Set Bild: dpa

Berlin - Tim Burton ist der Mann für das Fantastische, für Grusel und für Visionen. Kaum ein anderer Filmemacher hat in seinen Werken jedes einzelne Genre immer wieder neu erfunden.

Acht seiner Filme, die Tim Burton allesamt für das Studio Warner Bros. drehte, sind jetzt in der «Tim Burton Collection» auf Blu-ray erschienen: Von seinem Spielfilmdebüt «Pee-wees irre Abenteuer» (1985) bis zu «Sweeney Todd - Der teuflische Barbier aus der Fleet Street» (2007). In einem großzügig bebilderten Begleitbuch erhält man zudem Hintergrundinformationen über Burtons Filme, die allesamt von Außenseitern handeln, die sich einer Welt bewegen, in der das Fantastische auf das Banale trifft.

Aufgewachsen in einer typischen kalifornischen Vorstadt entwickelte der heute 53-jährige Burton wohl schnell einen Blick für die Merkwürdigkeiten in der scheinbaren Idylle. Bereits mit etwa zehn Jahren drehte er seinen ersten Horrorfilm. Darin erweckte er Weihnachtsbäume zum Leben, um sie dann in Monster zu verwandeln. Dem Grusel blieb er bis heute treu: «Monster sind definitiv mein Ding», sagte Burton einmal.

Nach der High School studierte er mit einem Disney-Stipendium drei Jahre am California Institute of Arts in Valencia. Seine Lehrzeit verbrachte er als Trickfilmzeichner in den weltbekannten Walt-Disney-Studios.

Mit seinem zweiten Spielfilm «Beetlejuice» (1988) gelang Burton der internationale Durchbruch. 1989 engagierte ihn Warner Bros. für «Batman» mit Jack Nicholson als Joker. Der Film überzeugte vor allem mit seinen visuellen Effekten. Fortan widmete sich Burton ganz seinen teils abstrusen Geschichten und stets fantastischen Projekten. Mit «Batmans Rückkehr» (1992) erweckte er den Fledermausmann noch ein zweites Mal zum Leben. Dabei auch Christopher Walken, über den Burton angeblich gesagt haben soll: «Ich habe Angst vor ihm, er gruselt mich.»

Trickfilme haben Tim Burton Zeit seines Lebens begeistert: Stop-Motion-Ikone Ray Harryhausen («Jason und die Argonauten») ist hier sein großes Vorbild, dem er in «Corpse Bride - Hochzeit mit einer Leiche» (2005) nacheiferte. Die Stop-Motion-Technik hatte Burton schon für «Mars Attacks!» (1996) angedacht, entschied sich dann aber doch für die Computeranimation. «Besonders 'Mars Attacks!' ist aus der Gewissheit entstanden, selbst ein Alien zu sein», meint Burton über seine Sci-Fi-Komödie und über sich.

Fest zu Burtons Stammpersonal gehört Johnny Depp («Edward mit den Scherenhänden»), der in der verrückten Welt des US-Regisseurs einen festen Platz gefunden hat. In dem Box-Set sind die gemeinsamen Filme «Charlie und die Schokoladenfabrik» (2005) und «Sweeney Todd - Der teuflische Barbier aus der Fleet Street» (2007) zu finden.

Burtons Filme sind schräg, schrill, meist komisch und mit morbiden Akzenten, die Charaktere stammen aus der Comic- oder Märchenwelt, oftmals inspiriert vom deutschen Expressionismus und den B-Movies der 50er Jahre - ihnen haftet immer auch eine gewisse Künstlichkeit an. Ein eigener Stil, den man inzwischen «Burtonesque» nennt.

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news.de/dpa

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