Film Neu auf DVD: Roadmovie «Helden des Polarkreises»

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Neu auf DVD: Roadmovie «Helden des Polarkreises» Bild: dpa

Berlin - In einer Video-Botschaft an das Filmfestival Osnabrück, das im letzten Jahr von dem finnischen Film «Helden des Polarkreises» eröffnet wurde, hat Regisseur Dome Karukoski das Thema seines ungewöhnlichen und aberwitzigen Roadmovies erläutert.«Unser Film handelt von männlichem Schamgefühl und geringem Selbstwertgefühl.

Das ist kein sexy Thema, aber hoffentlich - na ja, wir werden sehen.» Das klingt im ersten Moment etwas spröde, aber was Karukoski da auf die Leinwand gezaubert hat, ist das aberwitzige Porträt dreier charmanter Verlierer (jetzt auf DVD), die aber immer irgendwie die Kurve kriegen und schließlich den Weg aus dem Elend herausfinden.

Die Wege in Lappland sind weit. 200 Kilometer bis zur nächsten Stadt, dazwischen endlose Wälder und Schnee. Doch Janne hat keine andere Chance. Er muss nach Rovaniemi, um seiner Freundin bis zum nächsten Morgen einen Digital-Receiver zu besorgen, weil sie ihn sonst sitzen lässt. Eine schwierige Aufgabe für den jungen Mann, der außer Abhängen und Betrinken wenig auf die Reihe bekommt. Mit seinen beiden gleichgesinnten Freunden zieht er am späten Nachmittag im Auto los. Da gibt es nur ein Problem: Er muss sich unterwegs auch noch das Geld für die Digibox verdienen.

Dabei geraten die drei Freunde in die bizarrsten Situationen: Da wartet ein ganzer Pool voller schöner - und fast nackter - Frauen auf sie, die Polizei jagt hinter ihnen her, ihr Auto überschlägt sich und ein fast toter Elch sorgt für Schrecken und Entsetzen.

Regisseur des Films ist der Finne Dome Karukoski, der in seiner Heimat schon zahlreiche Preise erhalten hat. Ihn faszinierte, wie die Menschen in Lappland der hohen Arbeitslosenquote und der Dunkelheit trotzen, die im Winter fast den ganzen Tag andauert. «Ich habe mich immer gefragt, wie jemand in so einer Gegend leben kann», erklärt Karukoski. Dies sei nur mit einer besonderen Einstellung möglich. «Im Innern des größten Versagers kann ein Held gefunden werden. Im Innern des größten Zynikers kann man noch Hoffnung finden.»

Mit dem Heldentum ist es allerdings auf den ersten Blick bei den drei Freunden nicht weit her. Bei Eis, Schnee und viel zu wenig Frauen bleibt wenig Erheiterndes. Janne gammelt am liebsten in den Tag hinein. Der bequeme Ralle traut sich nicht aus dem mächtigen Schatten seiner Mutter heraus. Und Kanne steckt so voller Zynismus und Hoffnungslosigkeit, dass er keiner Frau eine Chance gibt, weil er schon von vorneherein zu wissen glaubt, wie die Beziehung enden wird. Was bleibt: Alkohol, Nichtstun und die eine oder andere Prügelei. Außerdem winkt in ihrem Dorf am Polarkreis ein Baum am Ortsrand, an dem sich schon seit Generationen verzweifelte Männer aufgeknüpft haben. Der Baumel-Baum wird er genannt.

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news.de/dpa

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