Musik Hélène Grimaud setzt auf die spirituelle Kraft der Musik

Dresden - Die Pianistin Hélène Grimaud hat am Freitag den mit 25 000 Euro dotierten Preis der Dresdner Musikfestspiele erhalten.

Hélène Grimaud setzt auf die spirituelle Kraft der Musik (Foto)
Hélène Grimaud setzt auf die spirituelle Kraft der Musik Bild: dpa

Die Französin wurde nicht nur als außergewöhnliche Künstlerin geehrt, sondern auch für ihr Engagement als Botschafterin und Kuratoriumsmitglied des «Internationalen Kindercamps Villa Sans Souci» in Mecklenburg-Vorpommern. Die Nachrichtenagentur dpa sprach mit der Künstlerin über ihr soziales Engagement und die Wirkung von Musik.

Sie spenden das Preisgeld für das Kindercamp Villa Sans Souci. Was verbindet Sie mit dem Projekt?

Grimaud: «Ich hörte 2006 zum ersten Mal davon, und war sofort voller Bewunderung für die Initiatoren. Ich weiß, wie schwierig es ist, so eine Arbeit zu beginnen, und ihr Engagement beeindruckte mich. Schließlich fand ich das Ziel, schwerstkranken Kindern und Jugendlichen Lebensmut zurückzugeben, unterstützenswert.»

Für Ihr «Wolf Conservation Center», das der Aufzucht und dem Schutz von Wölfen gewidmet ist, geben Sie demnächst ein Benefizkonzert, das über das Internet übertragen wird. Eine technische Premiere für Sie?

Grimaud: «Ein Experiment auf jeden Fall, das seine Magie aus der ehrenamtlichen Arbeit aller Beteiligten zieht. Eine junge Webdesignerin kam auf die Idee, über einen Webcast weltweit neue Freunde und Unterstützer zu finden. Ich bin ihr dankbar, und auch dem Cellisten Jan Vogler für seine Großzügigkeit. Ich werde nämlich nicht allein spielen, sondern gemeinsam mit ihm.»

Am 11. September 2001 spielten sie in London ein Konzert - es wurde zur trostspendenden Erfahrung. Können Musiker die Welt verändern?

Grimaud: «Ich habe gemischte Gefühle, wenn ich die Not, das Elend auf der Welt sehe und merke, wie beschränkt meine Möglichkeiten als Künstlerin sind. Bei all der Schönheit, die Musik versprüht, scheint ihr Einfluss doch winzig und mein Tun vergeblich. Auf der anderen Seite: So kann man nicht an die Sache herangehen. Man muss alles geben und auf die erlösende Qualität der Kunst und besonders der Musik hoffen. Musik kann Freude spenden - auch wenn es nur für einen Moment ist, fühlt man sich eins mit dem Universum. Wie Sie sehen, bin ich hin- und hergerissen. Aber unterschätzen Sie nicht die spirituelle Kraft der Musik. Sie ist nicht immer da, nicht an jedem Tag, nicht in jedem Konzert. Aber wenn sie da ist, macht es den Moment umso einzigartiger. Das ist alles, wonach ich strebe.»

Interview: Martin Morgenstern, dpa

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news.de/dpa

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