Literatur Peter Kern: Heine-Preis der Politik entziehen

Düsseldorf - Nach dem Streit um den Düsseldorfer Heine-Preis hat der österreichische Theater- und Filmemacher Peter Kern gefordert, die renommierte Auszeichnung dem Einfluss der Politik zu entziehen.

Peter Kern: Heine-Preis der Politik entziehen (Foto)
Peter Kern: Heine-Preis der Politik entziehen Bild: dpa

Der Heine-Preis sollte «in die Hände einer angesehenen Düsseldorfer Organisation übergehen», sagte der 63-Jährige am Donnerstag in Düsseldorf. Er schlage dafür das Heinrich-Heine-Institut vor.

Vor einer Woche hatte der Düsseldorfer Stadtrat mit CDU/FDP-Mehrheit durch eine Satzungsänderung eine geplante Nominierung Kerns als Jury-Mitglied verhindert. Nach Ansicht der CDU passt der exzentrische Schauspieler und Regisseur, der mehrere Jahre am Düsseldorfer Schauspielhaus arbeitete, nicht in die Jury.

Kern plant nach eigenen Worten auch einen alternativen Heine-Preis, in dessen Jury nur Künstler sitzen sollten. Er forderte die Düsseldorfer Kulturschaffenden auf, Stellung zu dem Streit zu beziehen. Im September will Kern zudem ein «Heinrich Heine Lesefest» in Düsseldorf organisieren.

Der mit 50 000 Euro dotierte Preis zu Ehren des in Düsseldorf geborenen Heinrich Heine (1797-1856) wird alle zwei Jahre am Geburtstag des Dichters am 13. Dezember verliehen. Die nächste Verleihung steht in diesem Dezember an.

Schon 2006 hatte es um den Heine-Preis eine heftige Auseinandersetzung gegeben. Damals sollte der österreichische Schriftsteller Peter Handke die Auszeichnung bekommen. Nach massiver Kritik an seiner Pro-Serbien-Haltung im Jugoslawienkrieg verzichtete Handke aber auf den Preis.

Bisherige Satzung des Heine-Preises

news.de/dpa

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