Film Charlize Theron: «Es geht nicht nur um das Aussehen»

Berlin - Im Märchenfilm «Snow White & The Huntsman» spielt Oscar-Preisträgerin Charlize Theron (36) die böse, rachsüchtige Königin, die dem unschuldigen Schneewittchen nach dem Leben trachtet.Im wirklichen Leben kennt Theron keine Rachegefühle - vielmehr schwebt die gebürtige Südafrikanerin gerade auf einer Woge von Glücksgefühlen, wie sie im Interview mit der Nachrichtenagentur dpa und anderen Medien verriet.

Charlize Theron: «Es geht nicht nur um das Aussehen» (Foto)
Charlize Theron: «Es geht nicht nur um das Aussehen» Bild: dpa

Die Single-Frau hat vor einigen Monaten einen kleinen Jungen namens Jackson adoptiert. Auch über Schönheit und Jugendwahn plauderte die Schauspielerin.

Sind Sie selbst mit Märchen aufgewachsen?

Theron: «Ich bin mit viel afrikanischer Volkskunde aufgewachsen. Wir mögen unseren Aberglauben. Es ist eine Folklore, die auf der Mythologie basiert. Die Geschichten der Brüder Grimm habe ich als 16- oder 17-Jährige gelesen.»

Würden Sie Ihrem Sohn Jackson Märchen vorlesen?

Theron: «Natürlich. Er ist noch ein Säugling. Ich kann ihm die Speisekarte vorlesen und er mag es. Aber später lese ich ihm ganz bestimmt Märchen vor.»

In Ihrer Rolle als böse Königin sehnen Sie sich nach ewiger Schönheit. Warum ist Schönheit und Jugend - besonders für Frauen - so wichtig?

Theron: «Es stimmt: Für Frauen ist es in unserer Gesellschaft schwieriger zu altern als für Männer. Frauen sollten damit beginnen, die Deutungshoheit über ihre Stärke und ihr Selbstwertgefühl selbst in die Hand zu nehmen. Wir sollten den Wert auf etwas anderes als unser Aussehen legen. Ich bin froh, dass ich so aufgewachsen bin. Ich bin nie nach meinem Aussehen beurteilt worden. Meine Eltern gaben mir immer eine positive Bestätigung, wenn ich im Sport gut war.»

Und wie ist das bei Ihrer Arbeit als Schauspielerin?

Theron: «In meinem Job geht es nicht um Schönheit. Als Schauspielerin ist es meine Aufgabe, echte Menschen zu spielen. Ich denke, wenn man meine Filme anschaut, kann man das sehen. Ich glaube, ich habe nie einen Job bekommen, nur weil ich schön bin. Du musst beweisen, dass du die Fähigkeit dazu hast. Es geht nicht nur um das Aussehen.»

Die Königin in «Snow White & The Huntsman» ist besessen von Rachegelüsten - kennen Sie persönlich auch Rachegefühle?

Theron: «Nein. Aber mich fasziniert es, herauszufinden, warum Menschen von Rachegefühlen getrieben werden.»

Sie sind jetzt Mutter des kleinen Adoptivsohns Jackson - wie hat das Ihr Leben verändert?

Theron: «Es ist das größte Geschenk. Ich schwebe auf einer Wolke. Es ist eine überwältigende, sensationelle Liebe.»

Können Sie sich vorstellen, auch leibliche Kinder zu haben?

Theron: «Natürlich. Ich wusste immer, das ich Kinder adoptieren würde, auch wenn ich in einer festen Beziehung bin. Wenn es sich in meinem Leben ergibt, dann bin ich auch offen dafür, eigene Kinder zu haben. Und wenn nicht, dann ist das auch in Ordnung.»

Wie haben Ihre Eltern und Ihre Freunde reagiert, als sie hörten, dass sie ein Kind adoptieren wollen?

Theron: «Ich habe es nicht sehr vielen Menschen erzählt. Nur sehr engen Freunden und natürlich meiner Mutter - und sie haben mich alle unglaublich unterstützt.»

Welche Werte wollen Sie Ihrem Kind mitgeben?

Theron: «Da denkt man dann über seine eigene Kindheit nach. Am dankbarsten bin ich dafür, dass ich Eltern hatte, die mich ermutigt haben, ein Individuum zu sein. Sie haben mich immer ermutigt, die Welt zu entdecken und mich selbst in dieser Welt zu entdecken. Es wäre schön, wenn ich das an Jackson weitergeben könnte.»

Sie sind viel unterwegs und machen auch immer wieder in Berlin Station...

Theron: «Berlin gehört zu meinen zwei liebsten Städten in Europa. Als ich "Aeon Flux" gedreht habe, lebte ich sechs Monate in Berlin. Da habe ich die Stadt sehr gut kennengelernt. Es gibt nichts Schöneres, als im Sommer mit dem Fahrrad durch Berlin zu fahren.»

Und die andere Stadt?

Theron: «Prag. Wenn ich durch diese Stadt laufe, fühle ich mich magisch. Ich habe dort zwei Monate mit meinen Hunden in einer kleinen Wohnung gelebt. Es war der erste Ort, der mich zum Malen inspiriert hat. Das klingt so lächerlich, weil ich wirklich keine Malerin bin... - aber ich wollte einfach malen.»

Interview: Elke Vogel, dpa

Snow White & The Huntsman

news.de/dpa

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