Musik Jelinek schreibt Essay zu Wagners «Ring»

Jelinek schreibt Essay zu Wagners «Ring» (Foto)
Jelinek schreibt Essay zu Wagners «Ring» Bild: dpa

München - Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek hat einen Bühnenessay zu Richard Wagners «Ring des Nibelungen» geschrieben. Der 130 Seiten starke Text der österreichischen Autorin soll am 1.

Juli in einer «Urlesung» während der Münchner Opernfestspiele erstmals präsentiert werden.

Der Titel: «Rein Gold». Nach Angaben der Bayerischen Staatsoper vom Mittwoch handelt es sich um eine Annäherung an Wagners Mammutwerk, ausgehend vom großen Dialog zwischen Brünnhilde und dem Göttervater Wotan im dritten Akt der «Walküre». Jelineks Text soll eine «Verbindung zwischen Mythos, Wagner und Gegenwart» schaffen.

Der Essay beginnt laut Staatsoper mit folgenden Worten: «Brünnhilde: "Ich versuche also zu präzisieren, das ist ein etwas delikates Gebiet, es fällt mir schwer. Also. Papa hat sich diese Burg bauen lassen, und jetzt kann er den Kredit nicht zurückzahlen. Eine Situation wie in jeder zweiten Familie."»

«Für unsere Beschäftigung mit dem Ring ist es ein besonderes Glück, dass ich Elfriede Jelinek bewegen konnte, meiner Einladung zu folgen und einen Text zu schreiben. Daraus wurde ein großartiges Werk, das die Themen von Wagners Tetralogie in unsere Gegenwart holt», betonte Opernintendant Nikolaus Bachler, der in Wien bereits mehrfach mit Jelinek zusammen gearbeitet hat. Sie sei eine der wichtigsten Schriftstellerinnen unserer Zeit.

Der Regisseur Nicolas Stemann wird die Lesung am 1. Juli im Prinzregententheater mit einer Performance aus Lesung und Gesang gestalten. Mit dabei sind unter anderem Birgit Minichmayr, Hildegard Schmahl und Sebastian Rudolph.

Die Staatsoper hat sich zu den Opernfestspielen rund um Wagners «Ring» ein umfangreiches Rahmenprogramm einfallen lassen. Unter anderem plant der US-Fotograf Spencer Tunick eine Installation mit mindestens 1000 nackten Menschen und dem Titel «Der Ring».

Mitteilung der Staatsoper

news.de/dpa

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