Film Filmfestival Cannes: Fatih Akin und Marion Cotillard

Filmfestival Cannes: Fatih Akin und Marion Cotillard (Foto)
Filmfestival Cannes: Fatih Akin und Marion Cotillard Bild: dpa

Cannes - Fatih Akins Dokumentation «Müll im Garten Eden» ist beim Filmfestival Cannes am Donnerstag als erster deutscher Beitrag gezeigt worden.

Der in Hamburg lebende Regisseur zeigt darin den Kampf einer Dorfgemeinschaft an der türkischen Schwarzmeerküste gegen eine riesige Mülldeponie.

Die 65. Filmfestspiele Cannes waren am Mittwochabend feierlich eröffnet worden. Zu der Gala kamen Stars wie Eva Longoria, Jane Fonda, Tim Roth und Alec Baldwin, sowie die Mitglieder der diesjährigen Jury, darunter Diane Kruger, Ewan McGregor, Jean Paul Gaultier und der Präsident Nanni Moretti.

Fatih Akin («Gegen die Wand», «Auf der anderen Seite») filmte rund fünf Jahre lang die Ereignisse in dem Dorf Çamburnu, dokumentierte den Protest gegen den Bau der Mülldeponie und später die Folgen für die Menschen: Abflussrohre sind kaputt, schwarze Brühe sickert in den Boden, die Menschen müssen sich Tücher vor Mund und Nase halten, so sehr stinken die Müllmassen. «Müll im Garten Eden» beobachtet das alles jedoch nur und ordnet nichts ein, weswegen beim Zuschauer am Ende mehr Fragen offen bleiben als beantwortet werden.

Das neue Werk von Jacques Audiard überzeugte mehr. Vor drei Jahren hatte der Franzose mit seinem Gefängnisdrama «Ein Prophet» in Cannes den Großen Preis der Jury gewonnen. Nun erzählt er zwar wieder von gesellschaftlichen Außenseitern, allerdings auf andere Weise. In «De rouille et d'os» («Rust and Bone») verliert Stephanie (Oscar-Preisträgerin Marion Cotillard) bei einem Unfall beide Unterbeine und findet erst mit Hilfe von Ali zurück ins Leben. Audiard konzentriert sich dabei auf die Liebesgeschichte der eigentlich sehr ungleichen Charaktere. Vor allem aber Matthias Schoenaerts blieb in Erinnerung, verkörperte er Ali doch gekonnt als etwas raubeinigen, verlorenen Mann, der zugleich sehr sensibel und verletzlich ist.

Als Eröffnungsfilm des Festivals war am Mittwochabend die Tragikomödie «Moonrise Kingdom» des US-Regisseurs Wes Anderson gezeigt worden. In dem verspielt-detailreichen Werk spielen Bruce Willis, Edward Norton, Bill Murray und Tilda Swinton mit, die auch alle zur Premiere in den südfranzösischen Küstenort kamen.

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news.de/dpa

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