Fernsehen Sherlock

London - Meisterdetektiv Sherlock Holmes war schon immer ein absoluter Exportschlager für die Briten. Superklug, ein bisschen verschroben, und im Team mit Dr.

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Sherlock Bild: dpa

Watson unschlagbar. Unzählige Filme erzählen die berühmten Geschichten.

Kaum zu vermuten, dass eine neue Variante noch echte Aufregung auslösen könnte. Doch mit seiner Serie «Sherlock» hat der britische Sender BBC gegen alle Erwartungen eine neue Holmes-Welle ausgelöst. Von Donnerstag (20.15 Uhr) an zeigt «Das Erste» die zweite Staffel der Erfolgsserie mit Benedict Cumberbatch und Martin Freeman in den Hauptrollen. In Großbritannien und den USA sind den beiden schon reihenweise Fans völlig verfallen.

Atemberaubend schnell, hintergründig, hochmodern, witzig, und in sicherer Entfernung von Karo-Hut und Pfeife - die neue Staffel macht genau da weiter, wo der Erfolg der ersten lag. Bekannte Geschichten aus den Vorlagen von Holmes-Erfinder Arthur Conan Doyle, der den Detektiv 1887 zum ersten Mal unter die Leute brachte, werden ins 21. Jahrhundert verfrachtet.

In der zweiten Staffel ist das zum Beispiel die berühmte Erzählung von den «Hunden von Baskerville», zu sehen am 27. Mai. Im Original geht es dabei um ein mysteriöses mordendes Monster - bei «Sherlock» sind Tierversuche und das Militär im Spiel. Los geht es Himmelfahrtstag mit «Ein Skandal in Belgravia». Nach der Erstausstrahlung auf der Insel füllte der Fall fast alle britischen Zeitungen, war doch zu familienfreundlicher Zeit eine komplett nackte Frau zu sehen.

Die dritte und letzte Folge, «Der Reichenbachfall», in der ARD am 28. Mai im Programm, versetzte dann Hobbydetektive in massenhaftes Rätselraten. In Internetforen, Zeitungen und im Pub gab es kaum noch ein Halten: Fast das halbe Land diskutierte den Überraschungscoup, den Sherlock sich am Ende leistet. Aufgelöst wird das Ganze erst in der dritten Staffel, die die BBC bereits angekündigt hat. Der renommierte «Guardian» widmete «Sherlock» zum Abschluss der zweiten Serienfolge sogar einen Leitartikel mit der Überschrift «Ein Lob auf Sherlock Holmes».

Was ist an dem leicht skurrilen Mörderjäger und Kombinations-Genie bloß so faszinierend? Cumberbatch, der nicht zuletzt dank dieser Rolle zum Frauenschwarm und schwer zu schlagenden Kandidaten in den «Sexiest Men»-Listen geworden ist, lobt vor allem die Bücher von Schreiberteam Mark Gattiss, Steven Moffat und Steve Thompson.

Als er von dem Modernisierungsversuch der gut 120 Jahre alten Figur erfahren habe, sei er erst skeptisch gewesen, gibt Cumberbatch zu: «Aber sobald ich das Script gelesen hatte, war mir klar, dass wir das machen müssen.» «Sherlock» sei modern, dem Geist der Bücher aber treugeblieben. «Wir wollen Sherlock aber aus dem Nebel bringen. Die Geschichten kann man nicht verbessern, das ist uns klar, aber wir wollen sie erweitern.»

Im Doppelpack mit Freeman, der als aus dem Krieg heimgekehrter Militärarzt erscheint, gelingt das zur Beglückung der wachsenden weltweiten Fangemeinde. Die Männerbeziehung spielt wie in den Büchern auch im Fernsehen eine wichtige Rolle. Cumberbatch und Freeman scheinen sich dabei so gut zu ergänzen, dass sie jetzt auch für Hollywood als Team engagiert wurden: In der Verfilmung von J.R.R. Tolkiens «Hobbit» spielt Freeman die Titelrolle. Cumberbatch leiht seine Stimme einem Drachen.

BBC-Seite zu «Sherlock»

ARD zu «Sherlock»

news.de/dpa

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