Literatur Gerty-Spies-Preis geht an Friedrich Christian Delius

Mainz - Der mit 5000 Euro dotierte Gerty-Spies-Literaturpreis geht an den Schriftsteller Friedrich Christian Delius. Delius sei «ein Chronist der Irrsinnsgeschichte der Bundesrepublik Deutschland», begründete die rheinland-pfälzische Landeszentrale für politische Bildung am Freitag in Mainz die Wahl.In seinen Romanen und Erzählungen tauchten immer wieder Opfer der Macht sowie Rebellen gegen Herrschaftsstrukturen als Helden auf, sagte der Direktor der Landeszentrale, Dieter Schiffmann, nach einer Mitteilung.

Gerty-Spies-Preis geht an Friedrich Christian Delius (Foto)
Gerty-Spies-Preis geht an Friedrich Christian Delius Bild: dpa

Überreicht wird der Preis am 27. September im SWR-Funkhaus in Mainz.

Der 69-jährige Delius wurde in Rom geboren und wuchs in Wehrda und Korbach in Hessen auf. Bekannt wurde er 1972 mit seiner satirischen Festschrift «Unsere Siemenswelt», die damals einen dreijährigen Rechtsstreit mit dem Siemenskonzern auslöste, aber zugunsten des Autors ausging.

Zu seinen wichtigsten Werken gehören «Ein Held der inneren Sicherheit» (1981), «Die Birnen von Ribbeck» (1991) und «Der Sonntag, an dem ich Weltmeister wurde» (1994). Seit 2001 lebt Delius in Rom und Berlin. In den vergangenen Jahren bekam er unter anderem den Georg-Büchner-Preis (2011) und den mit 50 000 Euro dotierten Joseph-Breitbach-Preis (2007).

Der Gerty-Spies-Literaturpreis ist nach der 1897 in Trier geborenen Schriftstellerin Gerty Spies benannt. Als Holocaust-Überlebende kämpfte sie mit ihren Gedichten und Erzählungen dafür, «zu verzeihen - aber nicht zu vergessen». Zu den bisherigen Preisträgern zählen Günter Wallraff, Peter Härtling und Juli Zeh.

Friedrich Christian Delius

news.de/dpa

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