Film «Das Hochzeitsvideo»: Komödie von Sönke Wortmann

«Das Hochzeitsvideo»: Komödie von Sönke Wortmann (Foto)
«Das Hochzeitsvideo»: Komödie von Sönke Wortmann Bild: dpa

Hamburg - Wer den Namen Sönke Wortmann hört, denkt entweder an seine Komödien wie «Kleine Haie» oder «Der bewegte Mann» oder an seine Fußballfilme wie «Das Wunder von Bern» und «Deutschland.

Ein Sommermärchen».

Letzterer brachte ihm sogar mal den Titel «Hofberichterstatter des DFB» ein. Und selbst wenn Wortmann immer wieder ganz andere Filme wie «Die Päpstin» drehte und am Theater arbeitet, gilt er doch als Trendsetter des neuen deutschen Mainstreamkinos. Und genau in dieses Genre passt sein neuester Film «Das Hochzeitsvideo», eine sehr unterhaltsame Komödie mit wenig Neuem, aber viel Witzigem.

Pia (Lisa Bitter) und Sebastian (Marian Kindermann) kennen sich zwar gerade erst vier Monate, haben aber dennoch beschlossen zu heiraten. Sebastians Freund Daniel (Martin Aselmann) haben sie mit dem Dreh des Hochzeitsvideos beauftragt, der die letzten Tage der beiden vor der Hochzeit und der bereits angereisten Familie und Freunde dokumentieren soll. Dabei filmt er erwartungsgemäß nicht nur Szenen und Ansprachen, die nur für eine kleine Öffentlichkeit bestimmt wären.

Denn obwohl alles so perfekt ist, die Gäste im noblen Schlosshotel in der grünen Idylle einquartiert sind, kommen schon bald die ersten Zweifel. Die namens-adelige Sippschaft von Sebastian zeigt ihr Unbehagen über die unkonventionelle Patchworkfamilie Pias - deren Freunde halten Sebastian für einen «wandelnden Bausparvertrag». Und auch Pia, dem hübschen, blonden, natürlichen Mädchen, gehen langsam die Nerven durch bei all den Vorbereitungen und Konventionen.

Natürlich taucht dann noch ihr totgeschwiegener Ex-Freund, «Carlos, die Keule», ein Pornodarsteller, auf, die Hochzeitsringe (Erbstücke von Sebastians Familie) verschwinden und das junge Paar bringt den Pfarrer zur Verzweiflung, weil es partout nicht die vorgegebenen Sätze nachsprechen will und dann verknackst sich Pia auch noch bei einem peinlichen Unfall den Hals.

Sönke Wortmann lässt kein Klischee, keinen derben Witz und keine Peinlichkeit aus, die es rund um Junggesellenabschiede, Schwiegereltern, Ex-Freunde und Hochzeitszeremonien gibt. Er wählt eine ländliche, farbenfrohe und stets sonnendurchflutete Idylle irgendwo in der Eifel, vielleicht auch im Bergischen Land, und ein nettes, frisches Liebespaar. Das bietet nicht viel Überraschendes, ist aber größtenteils unglaublich komisch.

Und gleichzeitig ist «Das Hochzeitsvideo» irgendwie erfrischend anders. Denn Wortmann dokumentiert nach dem amerikanischen Vorbild von «Hangover» zwar die letzten Tage vor einer Hochzeit, begleitet aber nicht die Männer bei ihrem Junggesellenabschied, sondern die Frauen, rückt die Braut Pia in den Vordergrund mit ihrer Vergangenheit, ihren Zweifeln. Die Männer bleiben meist Statisten - oder eben Kameramänner. Und so ist «Das Hochzeitsvideo» eine sehr amüsante Mischung aus Männer-Klamauk und Frauen-Komödie. Mainstream hin oder her.

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news.de/dpa

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