Film «Lockout»: Launiger Weltraum-Schrott

Berlin - Ein Mann, eine Mission: Im futuristischen Actionkracher «Lockout» muss Guy Pearce («Memento») die einzige Tochter des US-Präsidenten retten.

«Lockout»: Launiger Weltraum-Schrott (Foto)
«Lockout»: Launiger Weltraum-Schrott Bild: dpa

Sie ist auf einer Inspektionsreise zu einem Hochsicherheitsgefängnis im Weltall Geisel von blutrünstigen Kriminellen geworden. Wo Diplomatie und modernste Waffen scheitern, verheißt nur die rohe Kraft eines einzigen Mannes Rettung.

Sogenannte «One-Man»-Actionfilme feierten in den 1980er und 1990er Jahren mit «Die Klapperschlange» oder «Stirb langsam» Kassenerfolge. «Lockout» knüpft an diese Kinotradition an - und setzt die «Mission Impossible» im Weltall noch etwas bleihaltiger und blutiger um.

Die Hauptfigur ist ein ehemaliger Geheimagent, der im Jahr 2079 zu Unrecht wegen Mordes verurteilt wird. So hart die Gegner auch auf ihn eindreschen, er ist stets um lässige Sprüche und Coolness bemüht - wie sein Name Snow schon verrät. Er wird vor die Wahl gestellt, entweder seine dreißigjährige Haftstrafe abzusitzen oder die Präsidententochter (Maggie Grace, «Lost») aus der Gewalt der psychopathischen Killer zu befreien. Schwer bewaffnet zieht der einsame Weltall-Cowboy los.

Warum ausgerechnet diesem schwer erziehbaren Haudrauf-Hallodri das Schicksal der «First Daughter» in die Hände gelegt wird, erklären die Filmemacher dürftig. In punkto Logik nehmen sie diverse schwarze Löcher in Kauf, als wollten sie ihrem galaktischen Feuerwerk keine inhaltlichen Fesseln anlegen.

«Lockout» ist purer Weltraum-Schrott - angesichts seines hohen cineastischen Trash-Gehalts dürfte so ein Urteil keine allzu großen Sorgenfalten bei den Hollywood-Regiedebütanten Stephen St. Leger und James Mather auslösen. Luc Besson («Das Fünfte Element») war als Produzent und Co-Autor mit an Bord. Die drei Filmemacher servieren dem Kinopublikum hämisch kichernde und nach Blut lechzende Böse im Frankenstein-Style und zu allem entschlossene Gute. Solch karikaturesk gezeichnete Filmfiguren bieten sich für eine Weltraum-Satire an - dafür allerdings ist «Lockout» zu bierernst und bleiern erzählt.

Um im tosenden Action-Spektakel doch noch so etwas wie inhaltliche Spannung aufkommen zu lassen, erzählen die Filmemacher in einem Seitenstrang von einer Verschwörung in US-Regierungskreisen. Guy Pearce behält den Überblick, im Weltall und auf der Erde. Ob aus seiner Figur ein neuer John McClane aus dem «Stirb langsam»-Kosmos mit Kultstatus für Actionfans wird, ist jedoch sehr fragwürdig.

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news.de/dpa

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