Sa., 25.05.13

Harald Schmidt Show Dirty Harry ringt mit dem Late-Night-Tod

Harald Schmidt
Bissig am Schreibtisch

Tobias RüsterVon news.de-Redakteur
Nach dem Motto: «Zum Leben zu wenig, zum Sterben zu viel», hat Harald Schmidt, der letzte große Entertainer und vormalige König des deutschen Late-Night-Talks, die letzte Ausgabe der Harald Schmidt Show für Sat.1 abgeliefert. Es ist der Tod des Genres.

Man sollte sich nichts mehr vormachen: Harald Schmidt, genialer Entertainer, wortgewandter Talker und über alle Maßen intelligenter Moderator, hat sich selbst zu Grabe getragen. Er verdrückt sich zum Bezahlfernsehsender Sky und ist dort ab 11. September 2012 auf dem Pay-TV-Kanal Sky Atlantic zu sehen.

Sat.1 wollte ihn nicht mehr, den Scharfmacher mit der spitzen Zunge, der unlängst von alten Weggefährten wie Manuel Andrack und Heribert Feuerstein mit einem faulen afrikanischen Diktator verglichen wurde. Schmidt zieht es zum - wie er es nennt - Himmel auf Erden, den Bezahlfernsehsender Sky. Endlich ist die Quote egal, kann man machen, was man will. Auch wenn eventuell gar keiner mehr zuschaut.

Gestern nun lief die letzte Ausgabe der unverschlüsselten Harald Schmidt Show bei Privatsender Sat.1, von Schmidt auch gern als «Unser Powersender» bezeichnet. Wer auf den großen Knall, die bitterböse Abrechnung oder überhaupt eine deftige Ansage in Richtung Sat.1 gewartet hatte, sah sich enttäuscht. Aber auf dieses Niveau hat sich Schmidt ja noch nie begeben. Warum auch, hat er doch eine neue TV-Heimat gefunden. Und das wohl schneller, als es ihm so mancher zugetraut hätte. Exkollegen eingeschlossen.

So gab es in der letzten Harald Schmidt Show vor der Sommerpause Sky-Werbung im Überfluss. Auf die Spitze trieb es Schmidt dabei vor allem mit seinem letzten Gast, Akte-Moderator Ullrich Meyer. Der wollte gleich zu Beginn der Plauderei ganz ungeniert wissen: «Wo gehen sie jetzt eigentlich hin?» Schmidts ausweichende Antwort spiegelt seinen Gemütszustand gut wieder: «Ich will gar nicht drüber reden, wir sind hier noch sehr glücklich bei Sat.1. Aber es ist Sky», gibt er mit einem breiten Grinsen zu verstehen. Dann bricht es aus Schmidt heraus, immer wieder schafft er es, seinen neuen Arbeitgeber unterzubringen und Sat.1 damit eine ziemlich lange Nase zu drehen.

«Der erste Gast ist wahrscheinlich Sky Du Mont», posaunt der Entertainer in den Raum, wohl wissend, wie gut er den Vornamen des Mimen betont hatte. Doch Ulrich Meyer will es in seiner Funktion als Akte-Moderator absolut unnachgiebig und steigt auch noch auf das Gespräch ein: «Welches Abo muss ich kaufen, um sie zu sehen? Sport, Film, Blue Movie?»

Doch auch Schmidt punktet: «Wissen sie eigentlich, wer meinen Sendeplatz bekommt? Vielleicht machen ja sie einfach weiter», entgegnet er Meyer. Der hat mit Schmidts Abgang ein ganz anderes Problem. Er fürchtet nicht den Tod des Late-Night-Talks, obwohl er dazu nach den Versuchen von Thomas Gottschalk, Anke  Engelke, Oliver Pocher, Thomas Koschwitz und selbstredend Harald Schmidt allen Grund hätte.

Nein, Ulrich Meyer ärgert, dass er, nun da Schmidt die Segel streicht, seine Abmoderation ändern muss. Und auch Schmidt schnoddert seine letzte Sendung für Sat.1 so dahin, lässt sich von Olli Dittrich, verkleidet als Sommerpause, in die selbige entführen und verabschiedet sich mit den gesalbten Worten: «Alles Gute, einen schönen Sommer. Wir sind wieder da am 11. September.»

Sicherlich, Harald Schmidt kehrt im Pay-TV im Herbst auf die Mattscheibe zurück. Der Late-Night-Talk im unverschlüsselten Fernsehen ist jedoch tot. Sat.1 ist der Täter, Schmidt Opfer und Totengräber gleichermaßen. Der Late-Night-Talk wurde begraben. Schade, Harald. Schade, Sat.1.

kls/news.de

Leserkommentare (6) Jetzt Kommentar zum Artikel schreiben
  • Allerhand
  • Kommentar 6
  • 27.08.2012 10:08
 

Ach der Harald war so gut. Einst auf'm Dritten mit Feuerstein.... alles andere danach war verkrampfter TV Joke. Besonders ärgerlich: Der superteure Einkauf des kompletten Sat1 Sendeformats seitens der ARD. Bedankt hat er sich dann (nach Kündigung) mit einem unsäglichen halbjährigen Abgang in konsequent vorgetragener trotziger Unlust, wie ein unreifes Kind. Nein Intelligenz allein zählt nicht. Charakter ist es der ihm fehlt. Nun ist er endlich im richtigen Senderformat. Wer Ihn noch will, soll ihn sich doch kaufen.

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  • Klaus Kinski
  • Kommentar 5
  • 10.05.2012 20:06
 

Wer wahre Kunst statt Produkte ä la maximaler Ertrag mit minimalem Aufwand sucht, sollte sich nicht wundern wenn er dieser Tage nicht im (free-)TV fündig wird

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  • Jogi54
  • Kommentar 4
  • 05.05.2012 20:15
 

Hätten die ersten 2 Kommentatoren auch nur den minimalsten Bruchteil der Intelligenz eines Harald Schmidt, so hätten die ihre Texte sofort wieder gelöscht, nachdem sie die nochmals durchgelesen haben, anstatt solche " geistige Diarrhoe " zu posten :-( Wenn man Satire und Ironie nicht mal ansatzweise versteht, sind solche Kommentare nicht weiter verwunderlich ;-)ETWA

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  • Peter Snow
  • Kommentar 3
  • 04.05.2012 22:12
 

Ganz schlau seid ihr zwei auch nicht.

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  • Paul Herchenbach
  • Kommentar 2
  • 04.05.2012 19:27
 Antwort auf Kommentar 1

Bravo Harter !!! Wer will diesen arroganten Fatzke denn überhaupt noch sehen?Bei dem Bezahlsender sicherlich auch keiner. Er ist sogar so dumm,das er sich selber abschafft !!!!

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  • Harter
  • Kommentar 1
  • 04.05.2012 18:55
 

Nicht nur der late night talk, sondern auch die Blödschnauze HS sollten begraben werden. Ein Glück, dass er die freien Sender von sich befreit hat. Es ist schon richtig so, dass Leute die dises AL noch sehen wollen in Zukunft dafür bezahlen müssen. Mal sehen, wie lange sie das tun.

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