Ausstellungen Kunst aus Mexiko in Würth

Kunst aus Mexiko in Würth (Foto)
Kunst aus Mexiko in Würth Bild: dpa

Schwäbisch Hall - Außergewöhnliche Würdigung der mexikanischen Kunst des 20. Jahrhunderts: Mit rund 300 bedeutenden Werken gibt die Kunsthalle Würth in Schwäbisch Hall Einblicke in die vielschichtige jüngere Kunstgeschichte Mexikos.

Bis 16. September beleuchtet die Ausstellung «Mexicanidad» damit auch jene spezifisch mexikanische, schwer zu fassenden Mentalität. Frida Kahlo (1907-1954) überstrahlt als wohl wichtigste Künstlerfigur dennoch alles - doch auch ihr Mann Diego Rivera sowie Rufino Tamayo, Francisco Toledo und Adolfo Riestra gelten als Protagonisten der Kunstgeschichte des Landes.

Die fünf Künstler könnten unterschiedlicher nicht sein, schreibt das Museum. Zwischen «Femme fragile» und «Femme fatale» gilt die Kahlo als Faszinosum. Sie gilt als bedeutendste Vertreterin einer volkstümlichen Entfaltung des Surrealismus. Ihre Kunst ist Selbstinszenierung und zeigt zugleich Leiden und Stärke. Im Vordergrund steht neben der Auseinandersetzung mit ihrem von Krankheiten gebeutelten Körper ihre Rolle aus Frau in einer von Männern geprägten Kultur. Man charakterisierte sie als «ein farbiges Band um eine Bombe».

Kahlos Mann Diego Rivera steht für die vor allem sozialpolitisch motivierte Malerei aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhundert. Mit realistischer Wandmalerei wollte er den Menschen seine Botschaft vermitteln, die nicht schreiben und lesen konnten.

Die Arbeiten der Eheleute werden ergänzt durch die moderne Malerei ihres Generationsgenossen Rufino Tamayo - mit ihren Linien, Rauminhalten und vibrierenden Farben. Francisco Toledo und Adolfo Riestra schlagen die Brücke zur nächsten Generation mexikanischer Künstler. Toledo etwa schildert auf künstlerische Weise wundersame mythologische Geschichten seines Volkes - mit ihren Fröschen, Wespen und Fabelwesen.

Die Ausstellung wird mit mexikanischen Fundstücken aus präkolumbischer Zeit und originalen mexikanischen Objekten ergänzt. So ist etwa Frida Kahlos Garderobe legendär - zumal sie auch künstlerischer Ausdruck ihrer eigenen Interpretation der «Mexicanidad» war, wie die Kunsthalle mitteilte. Zu sehen sind einige von Kahlos prachtvollen Huipiles (ärmellose Oberteile) und Porträtfotos, die sie in ihren schönsten Trachten zeigen. Einblicke gibt es zudem in die Fotokunst der Kahlo. Gezeigt werden rund 150 Fotografien ihrer berühmten wiederentdeckten eigenen Fotosammlung, womit die Ausstellung damit sogar 450 Exponate umfasst.

Ausstellung

news.de/dpa

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