Fernsehen Milchgeld

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Milchgeld Bild: dpa

München - In der Verfilmung von «Erntedank» musste Schauspieler Herbert Knaup in der Rolle des verschrobenen Kommissars Kluftinger noch einen Mercedes steuern.

Für viele Fans der Allgäuer Krimireihe war dieses Auto eine völlige Fehlbesetzung.

Schließlich ist Kluftis uralter, hellblauer Passat ebenso Kult wie der kauzige Ermittler selbst. Regisseur Rainer Kaufmann hat darauf reagiert. Und so fährt Knaup («Irren ist männlich», «Das Leben der Anderen») im zweiten Kommissar-Kluftinger-Film «Milchgeld» nun mit dem richtigen Auto durch die hügelige Voralpenlandschaft. Der Film ist an diesem Donnerstag (26. April) um 20.15 in der ARD zu sehen.

Saftig grüne Wiesen, meterhohe Regale voller Käselaiber, ein Milchtanker vor prächtiger Bergkulisse und ein Bauer, der mit einer Mistgabel im Kuhstall steht - weit mehr als bei der ersten Kluftinger-Verfilmung bedient «Milchgeld» viele Allgäuer Klischees. Damit kommt der Fernsehfilm der Romanvorlage der Autoren Volker Klüpfel und Michael Kobr, die damit in ihren Krimis bewusst spielen, erstaunlich nah. Auch die Figuren wirken authentischer, was sicherlich auch daran liegt, dass ihr Dialekt ausgeprägter ist. Vor allem Knaup, der im Allgäu geboren und aufgewachsen ist, scheint sich in seiner heimischen Mundart äußerst wohlzufühlen. «Es ist wie nach Hause kommen», hatte er bei den Dreharbeiten im Oktober 2011 gesagt.

Ausgerechnet in seinem beschaulichen Heimatdorf Altusried muss Kluftinger in einem Mordfall ermitteln. Weil er dabei auch Kollegen von der Musikkapelle und benachbarte Milchbauern im Visier hat, bringt er die Menschen gegen sich auf. Mit einem der Landwirte (gespielt von Knaups Bruder Karl) kommt es sogar zu einer handfesten Auseinandersetzung. Zu allem Überfluss muss der Kommissar auch noch zu Hause allein auskommen, da seine Frau Erika ohne ihn in Urlaub gefahren ist.

Für Kluftinger, der immer mehr in die Isolation gerät, ist dieser Fall emotional eine enorme Herausforderung. Knaup gibt überzeugend den eigenwilligen Grantler, der mit diesem Zustand schwer zu kämpfen hat. Einige vermeintlich witzige Passagen wirken dagegen recht bemüht.

Während «Erntedank» 2009 noch in der Heimatkrimi-Reihe im Bayerischen Fernsehen ausgestrahlt wurde, bekommen die Ermittlungen des Allgäuer Kommissars nun mit der bundesweiten Ausstrahlung eine größere Bühne. Gedreht wurde auch diesmal im Allgäu - sogar in Kluftingers Heimatort Altusried. Neben den Brüdern Knaup standen unter anderem Jockel Tschiersch (als Kollege Roland Hefele), August Zirner (Dr. Langhammer) sowie zahlreiche Allgäuer vor der Kamera.

Auch die Autoren Klüpfel und Kobr sind in Nebenrollen zu sehen. Die beiden haben bislang sechs «Kluftinger»-Krimis geschrieben und damit Millionen Leser in ganz Deutschland erreicht. «Milchgeld» aus dem Jahr 2003 war ihr Debütroman.

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Homepage Kommissar Kluftinger

news.de/dpa

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