Fernsehen Die letzte Spur

Die letzte Spur (Foto)
Die letzte Spur Bild: dpa

Berlin - Eine Familienidylle par excellence: Ein Mädchen spielt Verstecken, das Kinderzimmer wird gestrichen, die Stimmung bei der schwangeren Mutter und dem Vater ist fröhlich bis ausgelassen.

Da kippt der Farbtopf um - kein Problem. Papa holt neue Farbe im Baumarkt. Während Bert de Vries (Marcel Hensema) einkauft, parkt er die Kleine im Kaufhaus-Kindergarten. Doch das Kind wartet vergebens - die Polizei muss Berts hochschwangerer Freundin Karin (Annika Blendl) mitteilen, dass ihr Lebensgefährte verschwunden ist. Hat er sich aus dem Staub gemacht? Oder war es ein Verbrechen?

«Die letzte Spur» - so auch der Titel der neuen, auf sechs Teile angelegten Krimireihe des ZDF an diesem Freitag um 21.15 Uhr - wird verfolgt von den Ermittlern der Vermisstenstelle im Landeskriminalamt Berlin. Kriminalhauptkommissar Oliver Radek (Hans-Werner Meyer) ist Chef der Einheit, unterstützt wird er von Kriminalhauptkommissarin Mina Amiri (Jasmin Tabatabai), Kriminaloberkommissarin Sandra Reiß (Susanne Bormann) und Kriminalkommissar Daniel Prinz (Florian Panzner) - das vierköpfige Team bildet über alle Episoden eine Einheit.

Mit «Die letzte Spur» versucht das ZDF, eine neue Serie auf dem traditionellen Krimiplatz am Freitagabend zu platzieren, auf dem vor Jahren - allerdings um 20.15 Uhr - Klassiker wie «Derrick» und «Der Kommissar» liefen und Millionen von Zuschauern in ihren Bann zogen. Das ZDF hat inzwischen viele Zuschauer am Freitag verloren, auch wegen der starken Konkurrenz von Günther Jauch mit seinem RTL-Quiz «Wer wird Millionär?». Nicht alle Produktionen, die in die Fußstapfen der großen Vorgänger traten, wurden ein Erfolg.

Aber Vergleiche mit früher sind natürlich schwierig, denn in Zeiten, als ARD und ZDF allein das Programm bestimmten, galten andere Gesetze. Deswegen konnten «Soko Leipzig», «Stolberg» oder «Der Kriminalist» nicht die Werte eines «Derricks» erzielen. Der hochgelobte «KDD - Kriminaldauerdienst» musste wegen Quotenschwäche nach drei Staffeln beendet werden. Gut lief kürzlich der Vierteiler «Die Chefin» mit Katharina Böhm. Immerhin versammeln sich freitags immer noch vier bis fünf Millionen Zuschauer vor den ZDF-Serien.

Bis zum 23. Februar drehte die Produktionsfirma Novafilm um Geschäftsführer Ronald Gräbe und unter der Regie von Judith Kennel für das ZDF die sechs Folgen. Die Reihe, die voraussichtlich im Frühjahr ausgestrahlt wird, passt zur Hauptstadt, denn allein hier werden jährlich 3000 Erwachsene als vermisst gemeldet, auch wenn sie sich recht schnell wieder anfinden. Die Aufklärungsquote liegt bei mehr als 99 Prozent.

Fünf Möglichkeiten führt Novafilm-Produzent Gräbe als Grund für das Verschwinden einer Person an: Mord, Selbstmord, Unfall, Kidnapping oder einfach die freiwillige Flucht - alle Varianten spielen in der Serie eine Rolle. Und es geht auch meist nicht um Mord. Somit ist «Die letzte Spur» eine der ganz wenigen Krimiserien, die zumindest in einigen Folgen ohne Blutvergießen auskommt. Und Gräbe ergänzt, dass es sich bei «Die letzte Spur» um «die erste deutsche fiktionale Serie handelt, bei der es um die Suche nach vermissten Personen geht».

In der Vermisstenstelle des LKA wird nüchtern und zielstrebig gearbeitet. Private Geschichten der Ermittler werden weitgehend ausgeklammert. Der Zuschauer erfährt aber immerhin, dass Prinz und Reiß einmal ein Paar waren. Aber spärliche Informationen übers Privatleben der vielbeschäftigten Polizisten gehören auch zur Tradition. Auch bei Horst Tappert («Derrick») und Erik Ode («Der Kommissar») sickerten nur wenige Informationen über deren Fernsehfamilien durch.

Und wie geht es im Fall de Vries in der ersten Folge weiter? Die Ermittler finden bald heraus, dass der Mann Opfer eines Verbrechens wurde. Aber ist er noch am Leben?

news.de/dpa

Leserkommentare (1) Jetzt Artikel kommentieren
  • manuela
  • Kommentar 1
  • 20.04.2012 23:56

Der Ton war fürchterlich weit weg und sehr leise. Ich tuh mir das nicht wieder an.

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